FeedFrangulaccen
ReligionBrockhaus 1882

Frangulaccen (Frangulacèëae) nannte Endlicher eine Klasse seines Systems, welche die Rhamneen, Celastrineen und einige andere verwandte Familien umfaßte. Der Name F. ist von den neuern Systematikern aufgegeben worden. Wamt Münze, s. Franc. und Abenteurer des 18. Jahrh. Er hieß eigentlich Jankiew (Jak.) Lebowicz, war als Sohn eines Rabbiners in Südgalizien 1712 geboren, trat im Alter von 13 J. in ein jüd. Handlungshaus zu Bukarest und trieb später Geschäfte für eigene Rechnung. In Salonichi trat F. der Sekte des Sabbathai Zwi bei. Später wandte er sich nach Eabbuth und machte sich hier zum Haupte der abbathianer, indem er sich für den Messias und Gottmenschen ausgab. Unsittliche Orgien veranlaßten 1756 ihre Verhaftung und den Bann der Synagoge. Doch wußte F. den Schutz des Bischofs Dombrowski in Podolien zu gewinnen. F. ließ sich mit 1000 „ Auauft taufen und in Warschau firmeln, wobei August III. Pathe stand. Als er aber zwölf Apostel wählte, sich als wiedergeborenen Christus göttlich verehren ließ u. dgl., wurde er 1760 als gemeiner Betrüger verurteilt und auf die Festung Czenstochau gebracht. Im J. 1773 erst wurde F. wieder frei und trat als Spion in die Dienste Katharinas von Rußland, ließ sich in Brünn nieder, organisierte seinen Anhang militärisch und wirkte als Adonai auf das benachbarte Polen. Seine bildhübsche Tochter Eva wurde als Mensch gewordene Sephira Emuna ausgegeben. Des Landes verwiesen, zog F. 1786 nach Offenbach, wo er dem verschuldeten Fürsten Wolfgang Ernst von Isenburg-Büdingen sein Schloß abkaufte. Hier lebte er mit zahlreichem ene 2 in größter Pracht von dem Gelde, das seine Anhänger in Polen ihm spendeten. Er starb 10. Dez. 1791. Seine Tochter Eva setzte das gleiche Leben fort; als aber die Geldsendungen aufhörten, ergab der Bankrott im J. 1817 eine Schuldenmasse von drei Millionen. Vgl. H. Graetz: «F. und die Frankisten» (Bresl. 1868).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 69Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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