Fredro (Alexander, Graf), poln. Lustspieldichter, geb. 1793 in Tuchow bei Jaroslaw in Galizien, trat zur Zeit des Herzogtums Warschau in das poln. r und nahm 1812 an dem Feldzuge gegen Rußand teil. Nachdem er eine kurze Gefangenschaft in Wilna überstanden, schloß er sich in Dresden wiederum dem Napoleonischen Heere an und kam mit demselben nach Paris. Hier lernte er das franz. Theater kennen und ward besonders von Molieres Lustspielen angezogen. Nach seiner Rückkehr nach Galizien ließ er sich auf dem Lande nieder, wo er sein erstes Lustspiel verfaßte, das in Lemberg auf-Deldrt wurde. Es folgte eine Reihe anderer, die dd mit steigendem Beifall auf allen poln. Theatern Aufnahme fanden, sich auch auf der poln. Bühne erhalten haben. Die bedeutendsten sind: Damv i huzarvo (Damen und Husareno), &Geldhabo, das einen hochmütigen, ungebildeten Emporkömmling schildert, emstav (Die Rachev), Sluby panienskie (Mädchenschwürev, deutsch von Mo⸗ (Mann und Frauv). Sie erschienen erst einzeln, dann mehrmals gesammelt in Komedye (5 Tle., Warschau 1871). Sie sind aus dem Leben gegriffen, voll heiterer Ironie und trefflicher Charakteristik; zuweilen fehlt jedoch Konzentration der Handlung, auch streifen einzelne Gestalten an die Karikatur. F. starb in Lemberg am 15. Juli 1876. ‚Johann Alexander Graf F., Sohn des vorigen, geb. 2. Sept. 1829 in ++* „nahm 1848 an dem ungarischen Aufstande teil, lebte darauf in Paris, bis ihm 1857 die Amnestie die Rückkehr nach Galizien gestattete. Er hat sich gleichfalls durch mehrere Lustspiele bekannt gemacht, welche auch auf der deutschen Bühne Eingang gefunden haben: Die einzige Tochtero (deutsch von Rosen), Der Mentoro (deutsch von Lange, Lpz. 1882). Ein Bruder des erstern, Johann Maximilian Graf F., veröffentlichte KTragedyen (Lpz. 1837), die zwar in schwunghaften Versen abgefaßt sind, doch wegen Mangel an Handlung nur geteilten Beifall fanden.