FeedFreeden (Wilh. Ihno Adolf von)
Sagen & MythenBrockhaus 1882

Freeden (Wilh. Ihno Adolf von), der Gründer der Deutschen Seewarte, geb. 12. Mai 1822 zu Norden in Hannover, besuchte das Progymnasium zu Norden und das Gymnasium zu Aurich, studierte in Bonn und Göttingen Mathematik und Naturwissenschaften und wurde nach kurzer Wirksamkeit in Norden 1845 als Oberlehrer der Mathematik, Physik und neuern Sprachen an das Gymnasium zu Jever berufen, in welcher Stellung er bis 1856 verblieb. Im J. 1856 wurde ihm die erste Lehrerstelle und bald darauf das Rektorat der neubegründeten Navigationsschule zu Neth übertragen. Hier schrieb er: „Die Praxis der Methode der kleinsten Quadrate (Braunschw. 1863) und ein Handbuch der Nautiko (Oldenb. 1864) und nahm thätigen Anteil an der Gründung des Germanischen Lloyd. Im Herbst 1867 siedelte er nach Hamburg über und gründete dort mit Unterstützung der Handelskammern zu Hamburg und Bremen die Norddeutsche, später Deutsche Seewarte. Aus bescheidenen Anfängen entwickelte sich die Seewarte bald zu einem ausgedehnten Verkehr über alle Meere der Erde, stellte Segelanweisungen für alle Routen der Schiffe aus, die gegen Führung ihrer Wetterbücher den Schiffsführern mitgegeben wurden, sammelte zahlreiche Beobachtungen hydrogr. und meteorolog. Natur, um dieselben zum Nutzen der Seeschiffahrt zu verwerten, und versuchte sich in dem noch neuen System der Sturmwarnungen. In diese Zeit fallen mehrere in den Mitteilungen aus der Norddeutschen Seewarter erschienene Arbeiten F.s. Im J. 1871 wurde er in den Deutschen Reichstag gewählt, wo er in zwei Legislaturperioden bis 1876 den ersten hannov. Wahlkreis vertrat, sich der nationalliberalen Partei anschloß und namentlich in Kom missionen verschiedentlich thätig war. Als 1876 di Seewarte an die deutsche Admiralität überging, tra er zurück, da die großen beabsichtigten Erweiterunger ihm nicht gerechtfertigt erschienen, lehnte auch ein neues Mandat zum Reichstag ab und zog sich später nach Bonn zurück, um von dort aus die seit 1876 im Verein mit H. Tecklenborg-Bremen, nach desser 1875 erfolgtem Tode allein von ihm geleitete Herausgabe der «Hansa, Zeitschrift für Seewesend, fortzusetzen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 255Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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