Frenzel (wendisch Branceh), eine verdiente wendische Gelehrten- und Schriftstellerfamilie des 17. und 18. Jahrh. — Michael F., geb. 2. Febr. 1628 zu Pitschwitz bei Bautzen, studierte in Leipzig, war Pastor zu Kosel, seit w1662 zu Postwitz bei Bautzen und starb, in den letzten Jahren erblindet, 29. Juni 1706. Nachdem die Reformation das Bedürfnis eines wendischen Schrifttums zur Belehrung für das Volk hervorgerufen hatte, war F. der erste, der in seinen Wendischen A5BCy (1671) auf Grundlage des Cechischen und Polnischen eine korrekte wendische Orthographie herzustellen suchte, die er aber schließlich selbst wieder zu Gunsten einer unvollkommenern aufgab. In ebensolcher vergleichenden Weise übersetzte er das Neue Testament (erst stückweise, zuletzt vollständig herausgegeben Zittau 1706) und Bruchstücke des Alten Testaments ins Wendische (&Der Pfalterv, Bautzen 1703 u. öfter). F. gilt für einen der Vorläufer des Panslawismus durch das Begrüßungsschreiben (wendisch und lateinisch), welches er Peter d. Gr. 1697 bei dessen Durchreise durch Sachsen zugleich mit einigen seiner wendischen übersetzungen überreichte; er spricht darin mit Wärme von den Banden der Verwandtschaft, welche sein Volk mit den andern Slawen und dem großen moskauer Reich vereinigen. Sein Sohn, Abraham F., geb. 19. Nov. 1656 in Kosel, studierte in Wittenberg und starb als Pastor zu Schönau bei Bernstadt 15. April 1740. Er schrieb: MDe originibus linguae sorabicae libri IVo (Bautzen 1693—96), De diis Slavorum et Soraborum in specieo (in Hoffmanns « Scriptores rerum Lusaticorumo, 2 Bde.), De vocabulis propriis Sorabicis pagorumo (ebenda); ferner hinterließ er in Handschrift mehrere Wörterbücher der wendischen Sprache, umfängliche Werke über Geographie und Naturgeschichte, Sitten und Gebräuche der Bevölkerung der Oberlausitz (Auszüge daraus von E. Muka unter dem Titel «Frenceliana Bautzen). Michael F. (der Jüngere), Bruder des vorigen, geb. 14. Febr. 1667 in Postwitz, studierte in Wittenberg und starb 11. Febr. 1752 als Diakonus zu Hoyerswerda. Er schrieb Dissertatio de idolis Slavorumo (Wittenb. 1691). — Salomon Gottlob F., Sohn von Michael F. (der Jüngere), geb. 1701, gest. als Diakonus zu Hoyerswerda 22. März 1768, schrieb neben einer wendischen Kurzen Glaubenslehrer (Löbau 1738) eine deutsche Chronik der Stadt und Herrschaft Hoyerswerdas (Bautzen 174%. Vgl. Schubert, «Chronik der Geschlechter F. und