FeedFriederichsen (Ludw.)
ErdkundeBrockhaus 1882

Friederichsen (Ludw.), Geograph, geb. 1. Mai 1841, erhielt seine Ausbildung in Gotha unter von Sydow und Petermann, aus welcher Zeit einige von seiner Hand gezeichnete Karten des roßen Stielerschen Handatlas herrühren. Später studierte er in Kiel und Berlin, ward 1865 Mitglied des statist. Seminars in Berlin und errichtete 1868 in Hamburg eine geogr.⸗-nautische Anstalt, aus welcher unter andern hervorragenden Werken das 4Journal des Museums Godeffroy» (1873— 81) hervorgegangen ist. Im J. 1873 gründete er die hamburger Geographische Gesellschaft und bekleidet seit jener Zeit das Ehrenamt des Generalsekretärs dieser Gesellschaft, deren Mitteilungen v er herausgibt und kartographisch ausstattet. riederieia oder Fredericia, dän. Stadt und Festung im südöstl. Jütland, zum Amte Veile gehörig, liegt auf einer Landzunge an der nördl. Einfahrt zum Kleinen Belt, am Ausgangspunkte der Eisenbahnen 1, 0 Vamdrup und Langaa. Der Ort ist gut gebaut, hat ein schönes Rathaus, vier Kirchen und eine Synagoge und zählt (1880) 8275 E., deren Haupterwerbsquellen, außer Ackerbau, besonders Handel (Viehhandel) und Schiffahrt sind. Doch bestehen auch mehrere gewerbliche Anlagen, darunter Salzraffinerie, Doeberei für Tabak, Cichorien, eine große Baumwollweberei und Eisenießereien. Der Hafen hat eine Tiefe von 4 m und teht durch Dampffähre in nden Flecen Verbindung mit dem gegenüberliegenden Flecken Strib auf Aleinen Bis 1857 wurde in F. der Zoll für die den leinen Belt durchsegelnden Schiffe erhoben. Schon vor Gründung der Stadt legte König Christian IV. eine Schanze an, um welche im Dreißigjährigen Kriege gekämpft wurde. Im Umkreise derselben gründete sodann Friedrich III. 1650 eine feste Stadt unter dem Namen Frederiksodde, welche 1661 Stapelrecht und 1664 den Namen F. erhielt. Der Ort wurde 24. Okt. 1657 von den Schweden unter Wrangel erstürmt und die Werke geschleift. Am 19. Mai 1659 besetzte Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg die Stadt, und nach dem Frieden 1660 begann die Wiederherstellung der Werke; allein ers 1709 und 1710 wurden sie in vollen Vertheidigungszustand gesetzt. Die Festung als solche blieb unbedeutend. Im ersten Deutsch-Dänischen Kriege zogen die Preußen nach der Schlacht bei Schleswig 3. Mai 1848 ohne Kampf in F. ein und bestanden fünf Tage später einen Artilleriekampf gegen sechs dän. Kanonenboote, welche durch den Kriegsdampfer Hekla unterstützt wurden. Später wieder von den Dänen besetzt, wurde F. 8. Mai 1849 vom schlesw.⸗holstein. Heere unter General Bonin eingeschlossen und beschossen. Die Dänen, von Fünen her beträchtlich verstärkt, unternahmen unter General Bülow 6. Juli 1849 einen nächtlichen Ausfall und nötigten die Schleswig-Holsteiner zum Rückzuge, wobei dieselben 28 Geschütze in den Belagerungsbatterien und 2800 Mann einbüßten. Zur Erinnerung an diesen Sieg sind mehrere Denkmäler in und bei der Stadt errichtet worden, darunter «Den danske Landsoldato, von Bissen modelliert. Beim Beginne des Kriegs vdn 1864 war F. durch neue Werke und ein verschanztes Lager bedeutend verstärkt worden. Ein Korps der Verbündeten rückte 8. März vor den Platz und beschoß ihn am 20. und 21.; der förmliche Angriff wurde bis nach der Eroberung der Düppeler Schanzen verschoben. Die Dänen räumten jedoch F. plötzlich 28. April mit Zurücklassung von 197 Geschützen. Nach dem Einrücken der Verbündeten wurden die Festungswerke zum Teil geschleift und die Stadt erst nach dem Frieden geräumt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 310Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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