Ludwig (Jos. Ant.), Erzherzog von Ssterreich, jüngster Bruder des Kaisers Franz I., geb. zu Florenz 13. Dez. 1784, stand schon in dem Feldzuge von 1809 an der Spitze eines österr. Truppenkorps, mit welchem er aber in der Schlacht bei Abensberg 20. April von Napoleon ges chlagen wurde, worauf er das Kommando verlor. Im J. 1822 wurde er zum Generaldirektor der Artillerie ernannt. Nach der Thronbesteigung des Kaisers Ferdinand I. war L. 1835 Chef der aus dem Erzherzog Franz Karl, dem Fürsten Metternich und dem Grafen Kolowrat zusammengesetzten Geheimen Staatskonferenz. In dieser Stellung bewies sich der Erzherzog als zäher Vertreter des Stabilitätssystems. Gegen ihn, der mit dem Fürsten Metternich als der einflußreichste Träger der alten Politik galt, wandte sich deshalb auch hauptsächlich die Erhebung in den Märztagen von 1848. Seitdem lebte er in Zurückgezogenheit und starb 21. Dez. 1864 zu Wien. Lndwig (Friedr. Christian), gewöhnlich Louis Ferdinand genannt, Prinz von Preußen, wurde 18. Nov. 1772 geboren als der Sohn des Prinzen Ferdinand von Preußen, des Bruders Friedrichs d. Gr. Er war eine geniale Natur, trefflich beanlagt, aber auch ausschweifend, unbeständig und unüberlegt. Im J. 1792 folgte er dem Heere an den Rhein, erstürmte vor Mainz die Zahlbacher Schanzen, wofür er zum Generalmajor befördert wurdeund stieg 1795 zum Generallieutenant auf. Er erhielt 1806 den Befehl über die 8000 Mann starke Vorhut des Hohenloheschen Korps, mit welcher er über den Thüringerwald vorrücken, jedoch jedes Gefecht vermeiden sollte. Als ihm jedoch ein zweimal überlegener Feind 10. Okt. bei Saalfeld entgegenrückte, nahm er den Kampf an, der mit der fast gänzlichen Vernichtung seines Korps endete. Er fiel nach tapferer Gegenwehr im Handgemenge. Ein Denkmal wurde ihm 10. Okt. 1823 durch seine Schwester, die Fürstin Radziwill, auf dem Kampfplatze bei dem kleinen Orte Wölsdorf errichtet. Vgl. Mauvillon, Militärische Blätter (2 Bde., Duisb. 1820); Schneidawind, «Prinz Louis Ferdinando (Neuhaldensl. 1836); Büchner, Louis Ferdinand, Briefer (Lpz. 1865); Fanny Lewald, «Prinz Louis Ferdinando (2. Aufl., 3 Bde., Berl. 18599.