FeedFriedrich (Kasp. David)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Friedrich (Kasp. David), Landschaftsmaler, eb. zu Greifswald 5. Sept. 1774, machte seine Studien seit 1794 auf der Akademie in Kopenhagen und seit 1798 in Dresden. Er beschränkte sich früher fast ganz auf das Zeichnen in Sepia, das er trefflich zu behandeln verstand; erst später lieferte er auch Olgemälde. Eine große Winterlandschaft, einen Kirchhof mit den Ruinen einer got. Kapelle zwischen Eichen vorstellend, bewirkte 1811 seine Aufnahme in die berliner Akademie, worauf er 1815 Professor und Mitglied der Kunstakademie in Dresden wurde. Hier starb er nach langen Leiden 7. Mai 1840. Ein treffliches Altargemälde lieferte er für die Kirche zu Tetschen in Böhmen. F. schließt sich dem Impulse, welchen die Romantiker in der Litteratur gegeben hatten, auf dem Felde der Stimmungslandschaft an. Die Erfassung bestimmter Formen mangelt bei ihm gänzlich, dafür tritt ein sentimentales Ahnen überall an dessen Stelle. Nicht mit F. zu verwechseln sind die Glieder einer gleichnamigen Künstlerfamilie, deren Ruf David Friedrich F., gest. 1766, Maler und Kupferstecher, später Besitzer einer Tapetenfabrik zu Dresden, beründete. Von seinen Söhnen zeichneten sich Joann Christian Jakob geb. 1. Okt. 1747, gest. 2. Juni 1813, als Landschaftsmaler, Blumenzeichner und Kupferätzer, und Johann David Alexander F., geb. 1744, gest. im Mai 1793, im Fache der Historie aus. — Karoline Friederike F. die Schwester der Genannten, geb. 4. März 1749, gest. 20. Jan. 1815, malte viele, ihrer Zeit sehr gesuchte und geschätzte Blumen⸗ und Fruchtstücke. — Einen Namen als Blumenmalerin erwarb sich auch Elise Thalia F., geb. 13. Mai 1815 zu Dresden, gest. 19. Sept. 1840, die Tochter des sächs. Hofmalers Karl Jakob Benjamin F., geb. 1787, gest. 19. März 1840. Letzterer erwarb sich durch seine Porträts und Blumenstücke den Beifall der Kunstfreunde, gleich seinem Bruder, Johann Heinrich August F., geb. 1789, welcher neben Blumen und Früchten auch Vögel meisterhaft malte. Die beiden letztgenannten waren Söhne Joh. Christian Jakob F.s.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 353Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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