Fürstenstein, Rittergut und Schloß in der preuß. Provinz Schlesien, Regierungsbezirk Breslau, Kreis Waldenburg, 5 kmevon Freiburg, mit Dominium 350 E. zählend, in 676 m Höhe, in reizender Gegend, an der Hellbach, in der Standesherrschaft des Fürsten von Pleß, Reichsgrafen von Hochberg, Freiherrn von Fürstenstein (zugleich Besizer der Standesherrschaften und Majoratsherrschaften Fürstenstein, Waldenburg und Friedland), mit Kapelle, Bibliothek, Kunstsammlungen, alles in fürstl. Pracht. Der Fürstenstein-Grund ist die tiefste, engste, mit den steilsten Felsenwänden von 80 m Höhe versehene Gebirgsschlucht Schlesiens, zugleich eine der landschaftlich schönsten durch die gewaltigen Grauwackenmassen, welche aus dem üppigen Baumwuchse hervortreten; ein stark gewundener, brausender Bach nimmt den Boden ein. In 404 m (80 m relativer) Höhe steht, gegenüber dem neuen Schlosse, die alte Burg, auf deren Turnierplatz 1800 vor dem König Friedrich Wilhelm III. und der Königin Luise ein Ritterturnier in mittelalterlicher Weise ausgeführt wurde. An der Stelle der neuen Burg lag wahrscheinlich ehemals die Vorstinburg, welche seit 1358 Fürstenberg oder Fürstenstein genannt wird. Sie kam in die Hände der Hussiten und war lange das Raubnest eines Hans von Schellendorf. Im J. 1509 kaufte dieselbe Kunz von Hochberg, und in dessen Familienbesitz befindet sie sich noch jetzt. Die von Hochberg wurden 1666 in den Grafenstand erhoben, 1840 wurden sie Standesherren von Schlesien, und 1846 fiel ihnen das Fürstentum Pleß in Oberschlesien als Erbschaft zu.