Gabler (Georg Andr.), Philosoph, Sohn des vorigen, geb. 30. Juli 1786 zu Altdorf, setzte die bereits zu Altdorf begonnenen philos. und jurist. Studien 1804 — 7 zu Jena fort, wo er zu den eifrigsten Zuhörern und Schülern Hegels gehörte. Nachdem er einige Monate im Schillerschen Hause in Weimar und seit Herbst 1808 Hauslehrer in Nürnberg gewesen, kam er Ostern 1811 als Lehrer an das Gymnasium zu Ansbach, von wo er 1817 als Professor an das Gymnasium zu Bayreuth versetzt ward. Im J. 1821 wurde er Rektor dieser Anstalt und 1830 Kreisscholarch. Auch in der Sphäre des Schuldienstes beschäftigte sich G. eifrigst mit der Philosophie, und da in dieser Zeit die wichtigsten Werke Hegels erschienen waren, so fand er in der Lehre des letztern die absolute Befronsch seines Denkens und Erkennens ». Ramentlich bestrebte er sich, durch möglichst klare Darstellung die und den Standpunkt dieses Systems dem allgemeinen Verständnis zugänglich zu machen und suchte diesen Zweck durch sein „Lehrbuch der philos. Propädeutik als Einleitung ur Wissenschafto (Bd. 1, 4Kritik des Bewußteinso,‚ Erlangen 1827) zu erreichen. Nach Hegels Tode wurde G. 1835 zum Nachfolger auf dessen Lehrstuhl nach Berlin berufen; er veröffentlichte hier die Schriften De verae philosophiae erga religionem christianam pietatev (Berl. 1836), in der er die Übereinstimmung der Hegelschen Philosophie mit den christl. Religionsdogmen nachzuwei⸗ [sen suchte, und „Die Hegelsche Philosophie. Beiträge zu ihrer richtigern Beurteilung und Würdi⸗ (gungo (Heft 1, Berl. 1843), worin er die Lehre [Hegels gegen die Angriffe Trendelenburgs in dessen Logischen Untersuchungeno verteidigte. G. starb zu Teplitz 13. Sept. 1853. Gablonz an der Neisse, Hauptstadt der gleichnamigen Bezirkshauptmannschaft in Böhmen, an der Lausitzer Neisse in gebirgiger, anmutiger, waldreicher Gegend, ist Sitz einer Bezirkshaupt. mannschaft und eines Bezirksgerichts, hat eine katholische und eine prot. Kirche, zwei Bürgerschulen, ein schönes neues Rathaus, eine neuerbaute kunstgewerbliche Fachschule und ein großes öffentliches Krankenhaus und zählt (1880) 9032 E., lauter Deutsche, deren Haupterwerbszweig die Fabrikation von Glaswaren (Glasperlen, Knöpfe, Schmucksachen, Lüstersteine, Flacons u. s. w.) bildet; daneben werden auch ansehnliche Webereien, Tuchfabriken und Spinnereien betrieben. Der Export von Glaswaren durch circa 70 Exportfirmen nach allen Weltteilen beträgt jährlich über 6 Mill. Fl. G. wurde erst 1866 zur Stadt erhoben. — Die Bezirkshauptmannschaft Gablonz zählt auf 216,4 qkm (1880) 58 027 E.