Galatéa, eine Tochter des Nereus und der Doris, wurde einer sicil. Sage zufolge von Polyphem geliebt, 6 diese Liebe zu erwidern. Ovid erzählt noch, daß G. den Acis, den Sohn des Faunus und der Symäthis, vorzog. Aus Eifersucht zerschmetterte Polyphem diesen mit einem Felsstücke, worauf ihn G. in einen Fluß verwandelte. Die sicil. Fabel ist der Gegenstand einer schönen Idylle des Theokrit, sowie mehrerer in Pompeji und auf dem Palatin gefundenen Wandgemälde; „auch wurde sie von Rafael zu einem Freskongemälde in der Farnesina zu Rom benutzt. „(S. unter Planeten.) .die Griechen, oft zur Bezeichnung der nordischen Völker anwenden, für welche sonst die Bezeichnung als Kelten geläufiger ist; an seltsamen Mißverständnissen und falschen Unterscheidungen hat es „dabei %%% gefehlt. Als spezieller Volks-IüHname ist der Name G. endlich einer Föderation „mehrerer keltischen Stämme geblieben, welche als Eein Teil der keltischen Massen, die von Pannonien und Illyrien her am Ausgang der Diadochenzeit die Balkanhalbinsel überschwemmten, endlich 277—276 v. Chr. den Hellespont überschritten und längere Zeit als wilde Raubfahrer und schlecht gewöhnte Söldner sich allen Kleinasiaten furchtbar machten, bis endlich die kriegerische Tüchtigkeit des Königs Attalos J. von Pergamon sie (seit etwa 235 v. Chr.) zwang, sich mit festen Wohnsitzen in dem innern Teile Kleinasiens zu begnügen, der von dem phrygischen Pessinus aus sich ostwärts über den Halys hinaus bis jenseit Tavia ausdehnte. In dieser Landschaft, die nun Galatia hieß, südlich von Paphlagonien und Bithynien, wohnten von ihnen drei Hauptstämme: die Trocmer östlich vom Halys; im Westen dieses Stroms, im Centrum des Landes, bei Ankyra, die Tectosagen, und bei Pessinus die Tolistobojer. Durch die vieljährige Berührung mit der umwohnenden griechischen und gräcisierten Bevölkerung nahmen auch diese G. einen Teil der griech. Civilisation an und wurden auch wohl „Gallogräcib genannt; nichtsdestoweniger erhielt sich die Erinnerung an ihren keltischen Dialekt, der dem der Trevirer an der Mosel ähnlich war, bis zu Ende des 4. nachchristl. Jahrhunderts. Den Griechen fiel neben ihrer eigentümlichen Sitte namentlich ihre Gauverfassung auf. Jeder der drei Stämme zerfiel in vier Unterabteilungen, Tetrarchien genannt, an deren Spitze je ein Tetrarch, ein Richter und ein Heerführer stand. Hierzu kam der alle Stämme zusammenfassende große aristokratische Senat von 300 Rittern, der in dem heiligen Eichenhain (Dryanetum) tagte und als höchster Gerichtshof fungierte. Die alte Kraft der G. wurde durch die Römer im J. 189 v. Chr. unter Konful Gnäus Manlius Volso stark erschüttert. Für Kriegshilfe gegen Mithridates von Pontus erhob später Pompejus d. Gr. 64 v. Chr. den Tetrarchen Dejotarus zum König der G. Zu einer röm. Provinz aber ist