Gebhard, Kurfürst und Erzbischof von Köln, aus dem gräfl. Hause der Truchsesse von Waldburg, geb. 10. Nov. 1547, erwarb sich, zum geistlichen Stande bestimmt, eine gründliche theol. Bildung zu Ingolstadt, Dillingen, Bourges, Bologna und Rom. Schon 1562 wurde er Domherr in Augsburg, 1567 in Straßburg und 1570 in Köln; sodann 1574 Dechant in Straßburg, 1567 Dompropst in Augsburg und 1577, obschon der Herzog Ernst von Bayern sein Mitbewerber war, Erzbischof von Köln. Arglistige Gegner, denen er schon seiner zum Protestantismus sich hinneigenden Gesinnungen wegen verdächtig erschien, brachten ihn bald in übeln Ruf, den seine Liebe zur schönen Gräfin Agnes von Mansfeld nur vermehren konnte. Nach vielfachen Kämpfen mit dem Kapitel erklärte er 19. Dez. 1582 seinen Entschluß, zur prot. Kirche überzutreten, worauf er sich 2. Febr. 1583 mit der Gräfin Agnes vermählte. Er suchte nun die prot. Lehre in seinem Lande einzuführen und dasselbe als weltliches Kurfürstentum zu behalten, wurde jedoch abgesetzt, da das Kapitel sich deshalb beim päpstl. Stuhle beschwerte. Noch hielt er sich, von einigen prot. Fürsten unterstützt, eine Zeit lang gegen seinen Nachfolger, den Erzbischof Ernst von Bayern. Nachdem er aber 1584 seine letzte Feste, Bonn, hatte räumen müssen, zog er sich nach Holland zurück, wo er 21. Mai lalten Stils) 1601 starb. gl. Barthold im «Histor. Taschenbucho (Lpz.1840); Hennes, „(Der Kampf um das Erzstift Kölno (Köln 1878); Lossen, «Der kölnische Krieg. Vorgeschichte 1565 —815 (Gotha 1882). Gebhard III., Bischof von Konstanz, war ein Sohn Bertholds I. von Zähringen. Als ein streng kirchlich gesinnter Mann wurde G., der seine Bildung in dem Kloster Hirschau empfangen hatte, Bach den auf der Seite Heinrichs IV. stehenden ischof Otto 1084 von dem damaligen päpstl. Gesandten zum Bischofe von Konstanz ernannt und 1089 durch Papst Urban II. zum Legaten und damit zum Führer der päpstl. Partei im Südwesten des Reichs bestellt, während letztere G.s Bruder, Berthold II. von Zähringen, als Herzog von Schwaben dem vom Kaiser ernannten Friedrich J. von Staufen entgegenstellte. Aber Friedrich blieb Sieger, Berthold versöhnte sich mit dem Staufen und G. selbst mußte wiederholt vor seinen Gegenbischöfen aus Konstanz weichen. Trotzdem hielt er an der einmal ergriffenen Sache fest. Er war es, der dem aufrührerischen Sohne des Kaisers, Heinrich V., den Segen des Papstes für seine Aufleh-⸗ nung übermittelte und als Legat mit den übrigen Fürsten über den gedemütigten Kaiser zu Gericht saß. Nach Heinrichs IV. Tode 1106 lockerten sich aber G.s Beziehungen sowohl zu dessen Sohne als zu dem damaligen Papste Paschalis II.; er konnte es beiden zugleich nicht recht machen und zog sich in sein Bistum zurück, in welchem er 10. Nov. 1110 starb. Vgl. Henking, «G. III., Bischof von Konstanzo (Stuttg. 1880).