Gegenbaur (Jos. Anton von), Historienmaler, geb. 6. März 1800 in Wangen am Bodensee in Württemberg, war an der Akademie zu München Langers Schüler und lebte dann eine Reihe von Jahren in Rom. Anfangs zogen ihn vornehmlich idyllische Stoffe an, er malte nach Geßners Dichtungen Hirtenscenen u. dgl. In Italien entstanden aber auch bereits mehrere Werke histor. Gegenstandes, welche später nach Stuttgart gelangten, so die Austreibung aus dem Paradies und das Wunder des Moses am Felsen. Nach Deutschland zurück-Der Kö⸗ wurde ihm die Ausmalung des Zimmers der Königin von Württemberg in der Villa Rosenheim übertragen, wo er die Geschichte des Eros und der Psyche in hochpoetischen Kompositionen entwarf. Ferner beauftragte ihn 1836 der König, fünf Säle des stuttgarter Schlosses zu bemalen, wozu als Sujets Scenen aus der Geschichte Württembergs im Mittelalter gewählt wurden. G. entledigte sich der Aufgabe mit großem Geschick in Bezug auf histor.⸗ dramatische Komposition, lebhafte Wirkung und schönes Kolorit. Für die Kirche seines Geburtsortes lieferte der Künstler eine Madonna. G. war seit 1835 als Hofmaler in Stuttgart ansässig und starb 31. Jan. 1876 in Rom.