Gegenbaur (Karl), namhafter Anatom, geb. 21. Aug. 1826 zu Würzburg, erhielt seine Vorbildung auf dem Gymnasium seiner Vaterstadt und lag seit 1845 mediz., insbesondere anatom. Studien unter Kölliker und Virchow auf der Universität daselbst ob. Im Sommer 1850 trat er als Assistenzarzt in das würzburger Juliushospital ein, gab diese Stellung jedoch schon w1852 auf, um sich ausschließlich anatom. Untersuchungen zu widmen. Zu Küste auf, um sich mit der Organisation der niedern Seetiere des Mittelmeers bekannt zu machen. Nachdem G. sich 1854 an der Universität seiner Vaterstadt als Docent für Anatomie und Physiologie habilitiert hatte, erhielt er 1855 einen Ruf als außerord. Professor nach Jena, wo er dann 1858 zum ord. Professor für Anatomie und zum Direktor der anatom. Anstalt ernannt wurde. In derselben Eigenschaft wurde er 1873 an die Universität Heidelberg berufen. Anatomie des Menschen und komparative Anatomie sind die Fächer, die er auch hier vertritt. G. gehört zu den hervorragendsten Forschern der Gegenwart auf dem Gebiete der vergleichenden Anatomie, die ihm eine große Reihe der wichtigsten Entdeckungen verdankt. Unter seinen wissenschaftlichen Arbeiten sind zu nennen: Untersuchungen über Pteropoden und Heteropoden » (Lpz. 1855), (Untersuchungen der vergleichenden Anatomie der Wirbeltierer (Heft 1—3, Lpz. 1864 —72), (Grundzüge der vergleichenden Anatomie y (2. Aufl., Lpz. 1870), (Grundriß der vergleichenden Anatomiev (2. Aufl., Lpz. 1878), „Lehrbuch der Anatomie des Menschenv (Lpz. 1883). Außerdem gibt G. seit 1875 das Morpholog. Jahrbuch. Zeitschrift für Anatomie und Entwickelungsgeschichter (Lpz. 1875 fg.) heraus.