FeedGennezareth
ErdkundeBrockhaus 1882

Gennezareth (bei Luther Genezareth) ist der biblische Name sowohl für den schönen fruchtbaren Landstrich Niedergaliläas (ietzt El-Ghuweir, das kleine Ghor), der sich 5, Em lang und 3 km breit an dem westl. Ufer des Galiläischen Meers oder Sees von Tiberias hinzieht, als auch für diesen See selbst. Letzterer, im Alten Testament auch Kinnereth, jetzt Bahr Tabarijeh genannt, erfüllt eine muldenförmige Erweiterung des Jordanthals, 22 kmelang und I1 km breit. Er ist durchschnittlich 50 m tief, und sein Spiegel liegt 191 munter dem Niveau des Mittelmeers und danach 203 m über dem des Toten Meers. Sein Wasser ist klar, trinkbar, gesund und, besonders im nördl. Teil des Bassins, sehr fischreich. Das Seebecken ist, außer im Norden und Süden, beim Ein- und Ausfluß des Jordans, von Kalkstein⸗ und Basaltbergen eingerahmt, welche im Frühjahr (Nov. bis Mai) in saftiger Vegetation prangen, später bei fast völliger Baumlosigkeit verbrennen und veröden. In der Nähe finden sich Dattelpalmen, Citronen⸗ und Pomeranzenbäume, Indigo⸗, Reis⸗ und Zuckerrohrfelder. Zur Zeit Jesu waren die Uferterrassen auf das fleißigste bebaut und zwischen den Pflanzungen von Obstbäumen, Trauben, Feigen, Oliven, Palmen und Nüssen zahlreiche Städte und Dörfer gesäet, der See selbst mit Schiffen bedeckt. Hier haben die meisten Apostel als Fischer (aus Bethsaida) ihre Netze geworfen und Jesus an und auf dem See sich mächtig in Reden und Wunderthaten erwiesen. Jeht belebt keine Barke mehr den Wasserspiegel. Die Ostseite ist eine von räuberischen Beduinen bewohnte Wüste, die Westseite eine fast menschenleere Einöde. Auch die einst blühende Stadt Kapernaum am Westufer und das benachbarte Bethsaida liegen in Trümmern. Der einzige größere Ort ist Tabarijeh, das alte Tiberias (. d.).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 775Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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