Gerbsäureextrakt, ein wässeriges, durch Erschöpfen von Eichenrinde und Verdampfen der Lösung dargestelltes Extrakt, welches fabrikmäßig dargestellt wird und in der Gerberei als Ersatzmittel der Lohe Verwendung findet. Die Fabrikation wird stets in der Nähe großer Waldungen, wo das Rohmaterial zu geringem Preise zur Verfügung steht, betrieben. Sie bietet den Vorteil bedeutender Transportersparnis, insofern als der in der Rinde enthaltene unwirksame Ballast nicht verfrachtet zu werden braucht, und gewährt dem Gerber die Möglichkeit, stets mit Flüssigkeiten von beliebig zu regelndem Gehalt arbeiten zu können.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 825Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei