Küche, f., frz. cuisine, f. engl. kitchen, ital. cucina, span Cocina, lat. culina, f. A. Hauptanforderungen an eine gute Kücheneinrichtung sind: 1. die K. muß besonderen Zugang vom Vorsal aus haben. 2. Sie sei hell, aber vor Sonne geschützt, womöglich nach Norden oder Osten gelegen. — 3. Sie sei feuersicher; den Fußboden kann man zwar von Holz herstellen, muß ihn aber wenigstens in der Nähe der Feuerung mit feuersicherem Ueberzug versehen. — 4. Man sorge für schnellen und möglichst geruchlosen Abfluß unreiner Flüssigkeiten, s. d. Art. Goßstein. Wenn irgend möglich, leite man trinkbares Wasser in ein in der K. anzubringendes Reservoir. — 5. Man lege die K. so, daß Dampf, Rauch und Geruch derselben nicht leicht in die Zimmer dringen kann; in dieser Beziehung ist die Anlage der Kin im Souterrain nicht zu empfehlen. — 6. Die K. ö ist sorgfältig zu ventiliren; s. Ventilation. —7. Die Speisekammer, auch Küchengewölbe genannt, liege in der Nähe der K., ohne aber durch die Feuerung zu sehr erwärmt zu werden. — 8. Wo es der Raum erlaubt, bringe man neben der (K. einen besonderen Raum zum Aufwaschen der Gefäße, ieine Spülküche, scullery, an. — 9. Eine Schlafkammer für die Dienstmädchen oder eine Küchenstube zum Aufent⸗ „halt derselben muß in der Nähe liegen; erstere aber darf „nicht, wie so sehr oft geschieht, durch die K. zugänglich sein. t — 10. Erfordert die Einrichtung der Wohnung einen Speisesal, so liege die K. von demselben nur durch ein Anurichtezimmer getrennt. — 11. In eleganten Wohnungen vereinige man die K. mit den dazu gehörigen Räumen um t einen besonderen Vorplatz. — 12. Die Decke der K. schütze nman durch einen Schurz oder Rauchmantel vor dem aus e dem Ofen dringenden Brodem und Rauch. — 13. Die Größe der K. richtet sich namentlich danach, ob ein oder himehrere Dienstboten in derselben thätig sind; als Minije mum sind 9 am. anzunehmen. — 14. Was nun die „ Feuerungsanlagen in der K. betrifft, so sind in vollständig 's eingerichteten Ken drei Arten derselben vertreten: a. ein Herd (s. d.), welcher am besten oben durch eine Eisenplatte kt bedeckt wird, die mit Casserollöchern und in dieselben hineinpassenden Ringplatten etc. versehen ist, unter denen sich das Feuer hinzieht, entweder ungetrennt in breiter Fläche, aber durch geringe Höhe (bis 16 enn.) breitgedrückt und einige Füchse oder Feuerbrücken passirend, oder in Zügen hin und her geführt. Der Rauch wird durch ein Rohr ab921 geleitet. Ueber oder neben der Feuerung kann eine Blase für das Wasser eingemauert sein. Eine Brat⸗ oder Back300 röhre in den Herd zu bringen ist nicht anzurathen; unter dem Herd befinde sich eine Höhlung für das Heizmaterial; — zweckmäßig ist es, in diese Höhlung einen auf Rädern — stehenden Kasten einzuschieben und in diesem das Brenn-L. holz etc. aufzubewahren. b. Eine ganz geschlossene Vor-In richtung, Kochmaschine genannt, zum Kochen, Braten und en Backen eingerichtet, und zwar meist so, daß über einem Aschenkasten sich ein Rost befindet, dessen Flamme direkt die den Boden der Bratröhre erhitzt. Dieser Boden besteht 5saus gußeisernen Platten, die Bratröhre ist meist 18 bis Iim 22 em. hoch und je nach der Größe der vorkommenden Braten (Rehrücken, Hase etc.) bemessen; auf der halben ich, Höhe haben die Seitenwände einen Ansatz zur Auflage sche eines Backblechs. Das Feuer steigt hinter der Röhre auf, sbibliothek Heidelberg DFC geht über derselben hin und theilt sich dann seitwärts re. Ueber der Back⸗ und Bratröhre steht die Kochröhre und über dieser die Wärmröhre. Vgl. auch die Art. Kochmaschine, Bratofen etc. . Ein Aamin (s. d.) zum Kaffeebrennen etc. Diese Kamine sind sehrplatzranbend, rauchgefährlich und finden daher jetzt sehr selten noch Anwendung; es Fig. 2435. Querschnitt nachse f. ist besser, sie durch eine besondere Kaffeebrennvorrichtung (J. d.) zu ersetzen. Sehr häufig werden a, b und c kombinirt. Die speziellen Einrichtungen und Konstruktionen der Herde, Koch-und Bratmaschinen etc. sind so manchfach und werden fortwährend so vervollkommnet, unterliegen auch so sehr den Einwirkungen der Mode sowie der speziellen Gewohnheiten der Familien, daß wir hier bei dem kargen Raum eines Lexikons auf vollständige Aufzählung aller solcher Konstruktionen verzichten müssen, Kochmaschine mit feuerfester Ausmauerung. Grudekochofen. deren einige übrigens in den Art. Heizung, Kamin, Ofen, Dampfkochapparat re. angeführt sind. Einige der jetzt beliebtesten s. in d. Art. Küchenherd. B. (Schiffb.) Auf Schiffen ist die Kgewöhnlichim Raum u. zur Sicherheit mit Kupferblech ausgeschlagen und hat einen blechernen, oft aber auch, wenigstens auf großen Schiffen, einen gemauerten Schornstein.