Soda, f. frz. sonde f. carbonatée, engl. carbonate of natron, soda (früher auch Schmalz oder Aschensalz gen.), ist die Bezeichnung für Salzgemenge, welche wesentlich aus kohlensaurem Natron bestehen. Man unterscheidet natürliche und künstliche S. Die natürliche S. findet sich in der Natur als Auswitterungsprodukt in der Nähe von Natronséen, z. B. in Ungarn bei Szegedin, bei Stuhlweißenburg 2c. Die Erde ist an solchen Orten ganz mit Natronsalz durchschwängert; man laugt die Erde mit Wasser aus und dampft die Flüssigkeiten zur Trockne; die trockene Masse enthält bis 90% kohlensaures Natron. Gewisse Pflanzen, so namentlich Salicornia, Salsola, Atriplex etc., Heremn Aschen, welche reich an kohlensaurem Natron sind. Die Alicantesoda mit 30/ kohlensaurem Natron wird durch Einäschern der Pflanze Salsola in Spanien dargestellt. In England gewinnt man aus verschiedenen Tangarten eine S., welche unter dem Namen Keip ausgeführt wird; sie enthält viel Kochsalz und Kalisalze. Der Bedarf von S. zu den verschiedensten Zwecken würde durch die in der Natur sich findenden Vorräthe nur zum kleinsten Theil gedeckt werden können; man stellt daher den größten Theil der S. künstlich dar, und zwar wählt man als Material, welches in S. umgewandelt werden soll, das Kochfalz. Dieser Prozeß der Umbildung des Kochsalzes in kohlensaures Natron ist von Leblane zuerst in die Praxis eingeführt worden. Er besteht einfach darin, daß man das Kochsalz mittelsSchwefelsäure in Glaubersalz verwandelt, dieses dann mit Kohle und Kalk schmilzt, aus der so erhaltenen Schmelze in besondere Auslaugekästen die S. in Lösung gewinnt u. dann durch Abdampfen zur Krystallisation bringt. Die wasserhellen Krystalle, welche man aus gereinigter S. durch Eindampfen der klaren Lösung bis zu 33° B. erhält, enthalten 10 Aequivalente Krystallwasser. Dieses Salz bekommt man meistens im Handel; es verwittert an der Luft und löst sich sehr leicht in Wasser; die Lösung schmeckt ätzend. Die Hauptverwendung in der Technik findet die S. bei der Seifenfabrikation. Sie dient ferner als kräftiges Reinigungsmittel für Holzwären etc. Ihre Wirksamkeit als Reinigungsmittel begründet sich in der Verwandtschaft des in ihr enthaltenen Natrons zu „fettigen Stoffen, mit denen sie eine leichtlösliche Seife bildet; dann außerdem noch darauf, daß die Pflanzen-u. „Thierfafer durch das Salz etwas angegriffen wird. Die . hat in vielen Fällen die Potasche verdrängt, so in der tFabrikation von Glas etc. Bei der Darstellung von Alaun, Blutlaugensalz u. s. f. kann natürlich ein Ersatz des Kalis durch Natron nicht stattfinden.