FeedGewitsch (slaw. Jeviéko)
ErdkundeBrockhaus 1882

Gewitsch (slaw. Jeviéko), Stadt im nordwestl. Mähren, in der Bezirkshauptmannschaft Mährisch-Trübau mit (1881) 2719 meist slaw. E., von denen 217 auf die Judengemeinde fallen, ist Sitz eines Bezirksgerichts. Das alte betürmte athaus, die Gebäude des ehemaligen Augustinerklosters (1172 hunhe 136 1784 aufgehoben) und die schöne Pfarrirche, 1766 erneuert, erinnern noch an die Bedeutung, die der Ort einft hatte, und die sie teils urc Kriegsbedrängnisse und Seuchen, teils auch dur die üble Wirtschaft des Adels eingebüßt hat, in dessen Hand sie zeitweilig gegeben war. — Gewitter sind die elektrischen Entladungen in Form von Blitz (. d.) und Donner (s. d.). Das G. ist in der Regel von einem Regenguß, öfter auch von einem Hagel⸗ und selten von einem Schneefall begleitet. Die Wolken (s. d.), welchen das G. entspringt, heißen Regen-oder Gewitterwolken (Nimbus); sie bestehen aus dichtem Gewölk des Cumulus (s. d.) mit eigentümlich dunkeln Grundflächen und zeigen sich bei der Untersuchung mit freier Elektricität geladen, welche bald positiv, bald negativ erscheint, mithin häufig ihr Vorzeichen wechselt. (S. Elektricität, atmosphärische.) Vor dem Ausbruch des G. verhindern die reichlich in der Luft enthaltenen Wasserdünste sowohl das Austreten des Wassers aus dem menschlichen Körper, sowie auch dessen Wärmeausstrahlung, woher dann jenes drückende Wärmegefühl und Unbehagen entsteht, welches man Schwüle nennt. In der kalten Jahreszeit ist die Häufigkeit der G. im allgemeinen ering, jedoch für alle Tageszeiten nahezu dieelbe. Die meisten G. fallen überall auf die Jahresit, in welcher die Niederschläge am öftersten ercheinen. In den Gebirgsländern treten G. zahlreicher auf als in den lachen genden, weil in jenen durch Berge, Wälder und Seen die Wolkenbildung begünstigt wird. In der heißen Zone sind die G. sehr häufig, namentlich zu Anfang und zu Ende der nassen Jahreszeit. In der Region der Kalmen finden fast täglich G. statt, und diese sind dort ungleich heftiger als in unsern Gegenden. In höhern Breiten werden die G. weniger. Im westl. Europa sind die G. seltener als im östlichen, im mittlern am häufigsten; in Deutschland kommen ungefähr 30 G., in Italien 40 aufs Jahr, in Stockholm 9, in Bergen 6. In noch nördlichern und ebenso in den regenlosen Gegenden, z. B. Lima, Agypten u. s. w. sind G. sehr selten und im hohen Norden vergehen oft mehrere Jahre, ehe man es einmal blitzen sieht und donnern hört. westl. Europa fällt ein Zehntel der G. auf den Winter. In der Schweiz und Deutschland sind die Wintergewitter selten; noch weiter im Innern Europas fehlen sie nahezu ganz. Auf den Westküsten von andegold und Nordamerika, sowie auf den Ostküsten des Adriatischen Meeres herrschen dagegen die Wintergewitter vor. Im J. 1865 wurden in kreich von einer Centralkommission die Beobachtung Registrierung der G. in nachahmenswerter Weise geleitet und in die Departementalkarten eingetragen; es ergab sich, daß die G. zehen Diüe Fortsetzung derartiger Studien in der nicht lokal sind, sondern über lange Strecken hinneuesten Zeit wurde besonders von Frankreich Norwegen und Schweden betrieben, wobei sich nicht nur die Richtigkeit des letzten Schlusses ergab, sondern derselbe konnte noch dahin erweitert wer⸗ „daß die G. und ebenso die Windwirbel großenteils ziemlich regelmäßig über den Erdkörper sich verpflanzen, wobei jedoch die Stärke ihrer Blitze, Donner und Regen, sowie die Geschwindigkeit ihres Fortschreitens sehr veränderlich ist. Hieraus folgt, daß nicht etwa die Wolken über die ganze Erde hinziehen, sondern es verpflanzen sich nur die für Entstehung der Gewitterwolken notwendigen Zustände der Atmosphäre. Die G. entstehen immer da, wo warme und dampfreiche Luftströme sich erheben; ihre tägliche Periode fällt mit der des aufsteigenden Luftstroms und seiner Phänomene (des Luftdrucks, Lufttemhen ferner besonders da, wo eine starke Verdampfung stattfindet, daher vorherrschend in den warmen Zonen und zu den warmen Jahres⸗ und warmen Tageszeiten. Die Wintergewitter entspringen meist heftigen Stürmen mit aufsteigenden Winden. Auch die G. über Vulkanen verdanken ihren Ursprung den großen Massen Wasserdampf, welche sich aus jenen erheben. Obwohl demnach die feuchten aufsteigenden Luftströme, sowie die Verdampfung der Gewässer bei der Bildung der G. eine Rolle zu spielen scheinen, so liegt dennoch die Erkenntnis der wahren Entstehung des G. noch im Dunkeln. Als wesentliche und charakteristische Merkmale der G. In allgemein die elektrischen Phänomene desselben, sodaß Blitz und Donner ohne Regen auch schon ein G. genannt werden. R en ibt es eine Auffassung, welche den plötz ichen egenguß als wesentlich für das G. ansieht derart, daß hiernach selbst Regengüsse «stille G.» heißen und Blitz nebst Donner nur als Begleiter des G. gelten. Nach dieser Ansicht entstünde das G. daaulen daß in den obern Schichten der Atmosphäre ein kalter Wind sich schnell mit einem von anderer Richtung herwehenden warmen Winde vermischt, wodurch die von letzterm herheigeführte Feuchtigkeit plötzlich in Gestalt von Regen niedergeschlagen wird und das Auftreten der Elektricität beim G. nur die sekundäre Folge dieses raschen Niederschlags wäre. Magnetisches Gewitter heißt nach Humboldt das Nordlicht (s. d.), weil es analog wie der Blitz oder das elektrische G. aus der atmosphärischen Elektricität hervorgeht, mannigfach mit dem Magnetismus (s. d.) der Erde zusammenhängt. Vgl. Klein, «Das G. und die dasselbe begleitenden Erscheinungen » (Gratz 1871).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 2Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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