Gioja (Melchiorre), ital. P Rosoph und Statibori geb. 20. Sept. 1767 in Piacenza, wurde im ortigen Lazaruskollegium für die geistliche Laufbahn vorbereitet, studierte aber seit 1783 in Pavia Mathematik und Hin und lebte nachher zurückgezogen bei seinem Bruder in Piacenza. Im J. 1796 legte er das geistliche Gewand ab und ging nach Mailand, wo er sich mit polit. und nationalökonomischen Studien beschäftigte und 1799 von der franz. Regierung mit der Leitung des statist. Bureau beauftragt wurde. Zugleich begann er eine fruchtbare litterarische Thätigkeit auf geschichtlichem und nationalökonomischem Gebiete, indem er in seinen Arbeiten den Wert der Statistik für moralische und nationalökonomische Forschung hervorhob und dadurch der Begründer der Moralstatistik wurde. Als Mitarbeiter an dem von Silvio Pellico gegründeten Conciliatorev wurde er 1820 verhaftet und als politisch verdächtig neun Monate lang gefangen ghhalten, Nach seiner Befreiung veröffentlichte er diejenigen philos. Schriften, um derentwillen er von Gioberti u. a. als Sensualist bezeichnet wurde, nämlich die Ideologia„ (2 Bde., Mail. 1822), worin er sich wie Galuppi an den Kantschen Kritizismus anschloß, den er mit Elementen der an Condillac sich anschließenden franz. Sensualistenschule versetzte; ferner Elementi di filosofia ad uso delle scuole (2 Bde., Mail. 1822), Esercizi logici sugli errori d'ideologia e di zoologia (Mail 1823), KFilosofla statistica (4 Bde., Mail. 1826; neue, mit Noten und Zusätzen von Romagnosi versehene Ausg., Mail. 1829—30). Von seinen übrigen Schriften ist die wichtigste Nuovo prospetto delle scienze economiche (6 Bde., Mail. 1818—19). G. starb 2. Jan. 1829 in Mailand.