Giordani (Pietro), ital. Schriftsteller, geb. 1. Jan. 1774 in Piacenza, studierte daselbst und in Parma Philosophie und Rechtswissenschaft, trat, nachdem er sich die jurist. Doktorwürde erworben, in den Benediktinerorden, verließ aber denselben wieder und ging 1800 nach Mailand. Nachdem er verschiedene untergeordnete Amter in Massa und Ravenna bekleidet, wurde er 1803 Professor der lat. fund ital. Litteratur und Unterbibliothekar in Bologna. Im J. 1805 seiner Amter entsetzt, irrte er, aller Existenzmittel entblößt, in Italien umher, bis er 1808 zum Sekretär der Kunstakademie in Bologna ernannt wurde. Als er 1815 auch dieses Amt verlor, begab er sich nach Mailand, wo er als Mitarbeiter der Biblioteca italianas wirkte. dor folge des 1817 erfolgten Todes seines Vaters, der ihm ein beträchtliches Vermögen hinterließ, sah er sich in eine unabhängige Lage versetzt und lebte seit 1818 als Privatgelehrter in Piacenza. Durch die Intriguen seiner Gegner verbannt, begab er sich 1824 nach Florenz, wurde aber 1830 auch aus Toscana verwiesen und ging nach Parma, wo er 1834 wegen eines Briefs über die Ermordung des eit gefangen gehalten wurde. Nach seiner Befreiung lebte er in Parma, wurde 1848 zum Chrenräsidenten der Akademie ernannt und starb daselbst am 1. Sept. 1848. G. gilt als einer der bedeutendsten neuern ital. Prosaiker und verdienstvollsten Wiederhersteller der ital. Sprache. Er hat kein größeres Werk geschrieben, übte aber durch zahlreiche kleinere Schriften großen Einfluß auf die Litteratur seiner Zeit aus. Seine Werke sind sehr oft gedruckt worden: &Operey (2 Bde. Flor. 1846, 1857 u. öfter), Serittiv (3 Bde., Mail, 1841), (Proses (Vened. 1832), Prose inedite con notizie sulla vita e le opere di P. G. per NMalaspinav (Parma 1848). Die beste und vollständigste Gesamtausgabe besorgte G.s Schüler und Freund Antonio Gussalli (Opere di P. G.v, 14 Bde., Mail. 1854—62). Seitdem sind noch erschienen: II peccato impossibilev (Lond. 1862), Lettere scelteo, herausgegeben von Ugolini (Flor. 1869), Lettere ed arti per PAcca-Scarabelli (Bologna 1874). Vgl. Romani, Della vita e delle opere di P. G.o (Mantua 1868).