FeedGallenga (Antonio)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Gallenga (Antonio), ital. Schriftsteller, geb. 4. Nov. 1810 in Parma, studierte zuerst Medizin zu Padua, gab jedoch nach zwei Jahren dieses Studium auf, um sich der Litteratur zu widmen. Noch als Student wurde er wegen polit. Umtriebe gefangen gesetzt und erlangte erst durch die Revolution von 1831 wieder die Freiheit. Nach der Niederwerfung der Revolution wurde er verbannt und wanderte umher in Frankreich, Nordafrika, den Vereinigten Staaten von Nordamerika und in andern Ländern. Er hatte von Mazzini und seiner Partei den Auftrag erhalten, den König Karl Albert zu ermorden; angesichts des Monarchen wagte er es aber nicht, das Verbrechen auszuführen, weshalb er von seinen frühern Parteigenossen noch mehr als von den Regierungen verfolgt wurde. Im J. 1838 ließ er br dauernd in London nieder und erhielt 1843 eine rofessur für ital. Litteratur am University College daselbst. Im J. 1848 kam er wieder nach Italien und nahm in Piemont thätigen Anteil an den polit. Ereignissen, wobei er sich der gemäßigt-liberalen Partei anschloß. Nach der Schlacht von Novara kehrte er ch London zurück. Von Cavour 1854 wieder nach Piemont gerufen, saß er zwei Jahre im sardin. Parlament. Als aber 1855 seine Geschichte von Piemonto zu London erschien, worin er die Umtriebe der Mazzinisten und den geplanten Königsmord rücksichtslos darlegte, bereiteten ihm die eneiten durch ihre Enthüllungen solche Verlegenheiten, daß er sich veranlaßt sah, sein Mandat niederzulegen und sich zunächst nach Castellamonte, dann 1856 wieder nach England zurückzuziehen. Im J. 1858 wandte er sich abermals nach Italien und war daselbst als Parlamentsmitglied sowie als Berichterstatter der Timeso thätig. In der letztern Eigenschaft wurde er als scharfer Beobachter von Ereignissen und Zuständen mit besondern Sendungen nach den verschiedenen Ländern Europas und Amerikas betraut. Im J. 1874 begleitete er den König von Italien nach Wien und Berlin. Später lebte er in Llandogo in Wales. Zahlreiche Arbeiten von ihm sind in engl., amerik. und ital. Zeitschriften veröffentlicht worden. Selbständig sind, teils unter seinem wirklichen Namen, teils unter dem Pseudonym L. Mariotti erschienen: 40ltremonte ed Oltremare. Canti di un Pellegrinon (Lond. 1844), The Black gomn papers (2 Bde., Lond. 1846), Italy past and presente (Lond. 1846; neue Aufl. 1848), A che ne siamo? Pensieri di un Italiano d'Oltremontes (1849), Scenes from Italian lifes (Lond. 1850z italienisch, Tur. 1858), Italy in 18485 (Lond. 851), Italian Grammars (Lond. 1851), A historical memoir of Fra Dolcino and his timesv 00nd. 1853), History of Piedmonto (3 Bde., ond. 1854—55; italienisch, Tur. 1856), «Castellapmonte, an autobiographical sketcho (Lond. 1856; italienisch, Tur. 1857), Country life in Piedmonty (Lond. 1858), Manuale dell' Elettore. Ricordi per le prossime elezionio (Siena 1861), «The invasion of Denmarko (Siena 1863), The pearl of the Antilleso (Siena 1867; italienisch, Mail. 1874), UAltaly revisitedo (Lond. 1874), (Two years of the Eastern questiono (Lond. 1877), The pope and the kinge (2 Bde., Lond. 1878), (South Americav (Lond. 1881). Eine ausführliche Lebensgeschichte G.s nebst Verzeichnis seiner Schriften findet sich im fünften Bande von Antonio Bertolottis Passeggiate nel Canaveser (Jvrea 1868).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 483Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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