Gleichhufer, s. unter Huf. Gleichnis. Für jede belebtere sprachliche Darstellung, also insbesondere die dichterische und rednerische, macht sich die Notwendigkeit fühlbar, dafür zu forgen, daß das Wort nicht ein bloß totes Zeichen bleibe, sondern daß der Inhalt, welcher durch dasselbe bezeichnet wird, dem Hörer als ein Belebtes und Gesehenes entgegentrete. Daher die Vorliebe für den bildlichen Ausdruck. Geht diese Bildlichkeit über die plastische Gestaltungskraft,‚ wie sie in schmückenden, sinnlich anschaulichen Beiwörtern 6 B. lächelnde Hoffnung, der lang hinstreckende Tod) liegt, hinaus und zieht sie zur Belebung und Veranschaulichung vergleichende Erscheinungen aus andern Vorstellungskreisen herbei, so nennt die Kunstsprache diese Bildlichkeit Tropus. (S. Trope.) Es gibt zwei Arten des Tropus, das einfache G. und die Metapher. Das G. hält die beiden Gegenstände, den verglichenen und den zur Vergleichung herbeigezogenen, auseinander sein Herz ist wie Stein); die Metapher (s. d.) ver16 ant die Getrenntheit, sie setzt beide Gegenstände als unmittelbar gleich, denn sie ist Übertragung (sein Herz ist von Stein). Es kommt alles darauf an, daß die Vergleichung des G. treffend und schlagend sei; z. B. Othellos Bild für das schauerliche Nachwirken von Jagos Einflüsterungen: 4O es schwebt um mich so wie der Rab' um ein verpestet Haus.v Man wird wie die Trauben reif und süß in der Seele.v Aus dem G. entsteht, wenn es weiter ausgeführt und zur Erzählung entwickelt wird, die Parabel (s. d.); aus der Metapher entsteht die Allegorie (J. d.). Die biblischen G. sind ausgeführte Parabeln, welche religiöse Wahrheiten durch Erzählungen aus dem Natur⸗ und Menschenleben gemäß der dem Morgenlande eigenen Vorliebe für bildliche Darstellungsform veranschaulichen wollen. Unübertroffen an Plastik und korrekter Durchführung der aus dem Leben gegriffenen Bilder, eben darum aber auch unübertroffen an unmittelbar einleuchtender Wahrheit und praktischer Wirksamkeit sind die namentlich in den drei ersten Cvangelien enthaltenen G. Jesu, bei deren Deutung man nur immer festhalten muß, daß nicht jeder einzelne Zug auszudeuten ist, weil die malerische Veranschaulichung des Hauptgedankens meist den einzigen Zweck des G. bildet. Die sogenannten G. bei Johannes sind keine Parabeln, sondern Allegorien. der Fußtruppen, bei dem sämtliche Mannschaften stets denselben Fuß (den rechten oder linken) heben und niedersetzen und einen Schritt von gleicher Länge zurücklegen. Der G. 19 Abtei ein nahes Aufrücken der hintern Glieder und Abteilungen und befördert dadurch die Ordnung und den Zusammenhalt bei marschierenden Truppen; er wird daher ni t nur bei eigentlichen Märschen, sondern und vornehmlich bei den Bewegungen auf dem Exerzierplatze und auch, soweit das Terrain es erlaubt, selbst auf dem Gefechtsfelde angewendet. In letzterm Falle namentlich dann, wenn es auf möglichste Geschlossenheit ankommt, wie z. B. bei einer Bajonettattacke. Jur Einübung des G. läßt man den Takt durch die Tambours oder die Musik markieren, die außerdem wesentlich dazu mitwirken, den G. bei länger dauernden Bewegungen zu bewahren. Schon bei den Heeren des Altertums im Gebrauch, wurde der G. durch Moritz von Oranien und durch oael. von Dessau bei den Truppen zu Fuß feste Regel.