Gobineau (Joseph Arthur, Graf), franz. Diplomat, Schriftsteller und Orientalist, geb. 1816 in Bordeaux, widmete sich der diplomatischen Laufbahn und erlangte in kurzer Zeit den Grad eines Imgelgenen im Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten. Im J. 1851 zum ersten Legationssekretär in Bern ernannt, wurde er vier Jahre später Gesandtschaftssekretär erster Klasse. Nachdem er drei Jahre als franz. Botschafter in Teheran zugebracht, wurde er beauftragt, als bevollmächtigtigter Gesandter seine Landesregierung am Hofe von Athen, nachher 1868 in Rio de Janeiro und 1872 in Stockholm zu vertreten. Er zog sich 1877 ins Privatleben zurück und starb 17. Okt. 1882 in Paris. G. machte sich durch mehrere histor. und kritische Werke bekannt, von welchen das wichtigste betitelt ist: Les religions et les philosophies dans l'Asie Centrales (Par. 1865). Unter seinen andern Schriften sind zu erwähnen: «Essai sur Pinégalité des races humaineso (4 Bde., Par. 1853—55), «Trois ans en Asie, de 1855 à 18589 (Par. 1859), merkwürdiges Sittengemälde im Rahmen einer Reisebeschreibung; «Traité des écritures cunéiformesv (2 Bde., Par. 1864, mit 18 Tafeln), Histoire des Perses d'après les auteurs orientaux, grecs et latinso (2 Bde., Par. 1869). Von seinen novellistischen Arbeiten ist zu erwähnen: „Les Pléiades(Par. 1874).