FeedHarald II.
GeschichteBrockhaus 1882

Harald II., König von England, war der Sohn des Grafen Godwine (s. d.). Dieser vererbte bei seinem Tode seine Stellung als thatsächlicher Regent auf H., welchen der kinderlose Eduard der Bekenner sterbend auf Andringen der Großen zu seinem Nachfolger bestimmte und eine Reich versammlung zu London im Jan. 1066 förmlich zum Könige erwählte. Aber sein Bruder Tosti, welchen er wegen dessen Angen Haenunt vertrieb, reizte den abenteuerlustigen Harald III. Hardraade von Norwegen zu einem Eroberungszuge gegen England auf, und zu gleicher Zeit trat der Herzog Wilhelm III. von der Normandie mit Ansprüchen auf die engl. Krone hervor. Die Norweger wurden von H. am 25. Sept. 1066 in der blutigen Schlacht bei Stainfordbridge besiegt, in welcher Hardraade, Tosti und viele nordische Jarle fielen. Vier Tage später landete Wilhelm mit seinem besonders an Reitern starken Heere an der Südküste, und H. wurde von ihm 14. Okt. in der Schlacht bei Hastings, welche anfangs sich zu seinen Gunsten zu wenden schien, schließlich vollständig besiegt und mit zwei Brüdern, Gurth und Liafwin, getötet. Die Unterwerfung des Landes durch Wilhelm den Eroberer (s. d.) wurde dadurch erleichtert, daß H. keine ehelichen Nachkommen hinterließ.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 837Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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