FeedEduard (Cadweard) der Bekenner
GeschichteBrockhaus 1882

Eduard (Cadweard) der Bekenner, der letzte angelsächs. Herrscher über England. Die dän. Herrscher Harold und Harthacnut hatten sich so verhaßt gemacht, daß 1042 Angelsachsen und Dänen einmütig E. zum König erwählten. E. war ein schwacher, mönchisch gesinnter Fürst. Er war zu Rouen erzogen und blieb während seiner ganzen Regierung den Normannen sehr zugethan. Als er König wurde, folgten ihm zahlreiche Fremde, welchen er I Amter im Lande anwies. Besonders die geistlichen Stellen verlieh er gern an Ausländer. E. war eifriger Katholik und glaubte dadurch, daß er die Angellachsen, welche sich eine freie Stellung von Rom bewahrt hatten, aus den geistlichen Amtern verdrängte, Rom einen Dienst zu thun. Der Papst erkannte dies auch an und verlieh ihm später den Beinamen des Bekenners. Im J. 1052 war das Unwesen mit den Fremden so arg geworden, daß Graf Godwine an der Spitze der Angelsachsen E. zwang, die Fremden alle zu entlassen. Als aber 1053 Godwine starb, gewannen Normannen und Franzosen wieder festen Fuß im Lande. Auch verwandtschaftliche Bande fesselten E. an die normann. und franz. Fürsten. E. starb 1066, bei den Angelsachsen allgemein verhaßt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 764Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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