Gordianus ist der Name von drei röm. Kaisern des 3. Jahrh. n. Chr. Marcus Antonius G. I., aus angesehenem Geschlecht (dessen Abkunft auf Mare Aurel, Trajan, die Gracchen und die Antonier zurückgeführt wurde), welcher persönlich ein Abkömmling des Herodes Atticus war, senatorischen Standes, ausgezeichnet durch Reichtum, Kunstliebe und litterarische Bildung, bekleidete, nachdem er Adil und Prätor gewesen war, das Konsulat zweimal, unter Caracalla und (229 n. Chr.) Severus Alexander. Durch den letztern wurde er Prokonsul der Provinz Afrika. Seine Verwaltung erwarb ihm die Liebe der Provinzbewohner, und als zu Thysdros der grausame Prokurator des blutgierigen Kaisers Maximinus durch erbitterte Bauern ermordet worden, riefen diese und die Truppen im Februar 238 n. Ehr. den schon 80jährigen G. samt seinem Sohne und Legaten, Marcus Antoninus G. II., als Kaiser aus. Der röm. Senat erkannte beide an und erklärte den in Pannonien abwesenden Maximinus für einen Feind des Staats. Aber durch Capelianus, den Statthalter von Numidien, wurde G. II. vor Karthago geschlagen und fiel, 46 J. alt; G. I. tötete sich auf diese Nachricht selbst, nachdem er wenig über einen Monat Kaiser gewesen. Sein noch unmündiger Enkel Marcus Antonius G. III. Pius Felix (16 J. alt), wurde nun in Rom auf Verlangen des Volks und der Garde den beiden nunmehr zum Kampfe gegen Maximinus gewählten senatorischen Kaisern Pupienus Maximus und Balbinus als Cäsar beigegeben und noch in demselben Jahre, nachdem sowohl jener als die beiden letztern durch ihre eigenen Soldaten gefallen waren, im Juni 238 von den Prätorianern unter Zustimmung des Volks und Senats zum Augustus erhoben. Geleitet seit 241 von seinem vortrefflichen Schwiegervater Timesitheus der Präfekt der Prätorianer wurde, zog er 242 na Asien gegen die Perser, die unter Sapon I. Mesopotamien eingenommen hatten und in Syrien eingefallen waren. Antiochia, das sie bedrohten, wurde von G. entsetzt, die Perser mußten aus Syrien und über den Euphrat zurückweichen, wurden bei Resaina schwer geschlagen, und schon bereitete sich G. zu einem Einfall in ihr Land, als Timesitheus (243) starb. Der neue Gardepräfekt, der Syrier oder Araber Philippos aus Bostra, der an des letztern Stelle trat, erregte systematisch die Unzufriedenheit des Heers gegen G., wurde ihm zum Kollegen oder Vormund gegeben und ließ ihn zu Anfang des J.244 ermorden, um sich selbst des Throns zu bemächtigen.