FeedGottorf oder Gottorp
BaukunstBrockhaus 1882

Gottorf oder Gottorp, berühmtes und sehr ansehnliches Schloß an der Nordwestseite der Stadt Schleswig zwischen den Stadtteilen Friedrichsberg und Lollfuß auf einer Insel der Schlei belegen und durch zwei Dämme mit der Stadt verbunden, wurde nach 1161 erbaut als Residenz der Bischöfe von Schleswig, welche bis dahin die 4 km nordwärts gelegene, damals zerstörte Burg Alt-G. bewohnt hatten, und an chles durch Tausch in den Besitz der Herzöge von Schleswig über. Als fester Punkt ward es im Mittelalter und später wiederholt Kriegsschauplatz. Seit der Landesteilung von 1544 war G. die oro und der Herzöge von Schleswig-Holstein-Gottorp und wurde namentlich unter — Friedrich III. (gest. 1659) mit Kunstwerken und Sammlungen reich ausgeschmückt; unter Herzog Friedrich IV. (gest. 1702) erhielt das Schloß durch einen großen Umbau seine jetzige Gestalt. Seit der gottorpische Anteil des Herzogtums Schleswig 1713 (definitiv erst 1721) mit der dän. Krone vereinigt war, diente G. 1731—1846 als Residenz der königl. dän. Statthalter von Schleswig-Holstein, sowie als Sitz höchster Landesbehörden; doch der alte Glanz des Schlosses war verblichen. Der berühmte gottorpische Globus kam 1714 nach Petersburg, die Bibliothek 1749 und die Kunstkammer 1752 von G. n. Buiege Lie.d Nach dem ersten schlesw.⸗holstein. Kriege ließ die dän. Regierung G. vollends ausräumen und 1853—55 als Kaserne einrichten. Von 1864 bis 1877 diente ein Teil des Schlosses als Sitz der königl. preuß. Regierung für Schleswig-Holstein, welche dann nach dem in der Stadt Schleswig neu erbauten Regierungsgebäude übersiedelte und das Schloß wieder ganz dem Militär überließ. Vgl. Sach, «Geschichte des Schlosses G.y (2 Hefte, Schlesw. 1865 -66).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 241Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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