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GeschichteBrockhaus 1882

Gottschalk, ein Wendenfürst des 11. Jahrh., der im Anschluß an die benachbarten christl. Mächte, den König Swen Estrithson von Dänemark, dessen Tochter er heiratete, die Herzöge der Sachsen und seit 1045 den Erzbischof von Hamburg und Bremen Adalbert, den Versuch machte, die Wenden zugleich christlich zu 7. und zu einem Gesamtreiche zu vereinigen. Er selbst nahm an der Bekehrung Anteil und half den Erzbischöfen Bistümer in Mecklenburg, Ratzeburg und Oldenburg Holstein) errichten. Aber der Umstand, daß die kirchlichen Neuschöpfungen den Zehnten und der Herzog der verhaßten Sachsen Tribut forderten, während andererseits jenseits Tollense und Peene der alte Glaube, der Götterkultus in Rethra und die Freiheit der dortigen Wenden ungebrochen fortbestand, war dem Vorgehen G.s hinderlich, und als nun gar seine Beschützer, der Sachsenherzog und der Erzbischof, selbst uneins wurden und lehterer am Anfange des J. 1066 seiner einflußreichen Stellung beraubt war, da erhoben sich die Wenden Conversations-Lexikon. 13. Aufl. VIII. gegen ihren Fürsten und erschlugen ihn mit seinen Priestern 14. Juni 1066 zu Lenzen. Jede Spur des Christentums wurde nun wieder vertilgt, und erst am Ende des Jahrhunderts gelang es seinem Sohne Heinrich mit Hilfe der benachbarten Deutschen, die Stellung des Vaters wiederzugewinnen und bis an seinen Tod (1125) zu behaupten, ohne daß das Christentum bei den Wenden fester begründet worden wäre. Vgl. L. Giesebrecht, „Wendische Geschichten (Bd. 2, Berl. 1843); Dehio, (Geschichte des Erzbistums Hamburg-Bremeno (2 Bde., Berl. 1877); Dannenberg, «Erzbischos Adalbert und der Patriarchat des Nordenso (Mitau 1877).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 241Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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