Gotzkowski (Joh. Ernst), namhafter berliner Kaufmann, durch seine patriotische Gesinnung hochverdient, geb. zu Konitz im preuß. Regierungsbezirke Marienwerder 21. Nov. 1710, kam 1724 als Lehrling in eine berliner Materialhandlung und trat 1730 in das von seinem Bruder in Berlin eröffnete Galanteriewarengeschäft ein. Hier wurde G. mit Friedrich d. Gr. bekannt, welcher ihn 1740 bald nach seinem Regierungsantritt nach Charlottenburg berief und ihm auftrug, geschickte Künstler und Handwerker ins Land zu G. wer um die heimatliche Industrie zu heben. G. versorgte bald halb Deutschland mit seinen in Berlin gefertigten Schmuckwaren, bestimmte 1743 den Hoflieferanten Blume, eine Samtfabrik nach genueser Art zu errichten, heiratete dessen Tochter und erwarb 1744, als Blume starb, diese Fabrik, welche er durch Heranziehung geschickter Arbeiter erweiterte. Im J. 1753 übernahm G. eine auf des Königs Veranlassung errichtete Seidenfabrik; im folgenden Jahre gewannen bereits 1500 Personen in seinen beiden Werkstätten ihren Unterhalt. Nach der Schlacht bei Kunersdorf 1759 reiste G. im Auftrage des berliner Magistrats zum Könige unter großer persönlicher Gefahr nach Reitwen bei Lebus und brachte dessen Verhaltungsbefehle nach Berlin. Als im folgenden Jahre am 3. Okt. ein russ. Korps unter General Graf Totleben vor Berlin erschien, die Stadt beschossen und deren Thore bestürmt wurden, sorgte G. für die Verpflegung der preuß. Besatzung und des vom Herzog von Württemberg in Eilmärschen herangeführten Hilfskorps, und bestimmte 8. Okt., nachdem auch ein österr. Korps vor Berlin eingetroffen war und die preuß. Truppen abgezogen waren, den Magistrat, nur mit den Russen über die Kapitulation zu verhandeln. Es gelang ihm, den Grafen Totleben zu bewegen, die beanspruchte, für damalige Verhältnisse Kontribution von 4 Mill. auf 1½ Mill. Thlr. herabzusetzen und die vom Feinde besetzte Stadt vor Plünderung zu bewahren. G. brachte für die Zahlung der Kontribution große Opfer und geriet durch viele für andere übernommene Bürgschaften in völligen Vernögensverfall, sodaß er 1766 bankrott wurde. Er tarb zu Berlin 9. Aug. 1775, nachdem er seine Lebensbeschreibung in franz. und deutscher Sprache: „Mémoires d'un négociant patrioter („Geschichte eines patriotischen Kaufmannsv, Berl. 1768, neu abgedruckt im 7. Hefte der Schriften des Vereins für die Geschichte der Stadt Berlin, 1873), veröffentlicht hatte. Gonachemalerei heißt diejenige Art Malerei, bei welcher man die Farben, mit destilliertem oder filtriertem Regenwasser und Gummi versetzt, als Deckfarben aufträgt, sodaß man den Grund des Papiers völlig mit der Farbe zudeckt und die Lichter aufhöht. Zu diesem Behufe werden die meisten Farben mit der schweren deckenden weißen Farbe vermischt. Man übt diese Malerei in Miniatur, auf Elfenbein und Pergament und auf Papier zu Bildnissen, landschaftlichen Darstellungen, auch zu Blumen, bei welchen man sich jedoch häufiger der Halbgouache bedient, indem man den Grund des Papiers, sei er weiß oder mit einem Ton gefärbt, etwas hervorsehen läßt (ausspart) und zur Umgebung benutzt. Vgl. «Die Miniaturmalerei nebst Bemerkungen über G. von Mansion, Schüler Isabeyso (deutsch von Heidemann).