Graff (Ant.), einer der berühmtesten Porträtmaler seiner Zeit, geb. 20. Dez. 1736 zu Winterthur, genoß den Unterricht Joh. Ulrich Schellenbergs und begab sich dann nach Augsburg. Als ihn dort die Malerzunft in seiner Beschäftigung hinderte, ging er als Gehilfe des Hofmalers Schneider nach Ansbach. Zugleich war er bemüht, sich an den Bildern von Rigaut und Kupetzky in der Galerie des Schlosses zu vervollkommnen, am meisten wirkte jedoch van Dyck auf ihn ein. Seine spätere Rückkehr nach Augsburg, wo er mit dem Stecher Bause gemeinschaftlich wirkte, und eine Reise nach München, wo er mit Riedinger bekannt wurde und die Schleisheimer Galerie studierte, aben ihm zu unausgesetzter Thätigkeit im Bildnishache Gelegenheit. Der Ruf, den er dadurch begründete, führte ihn 1766 als Hofmaler nach Dresden, wo er Mitglied der Akademie wurde. Er entwickelte in dieser Stellung eine enorme Thätigkeit. Ganze Galerien berühmter Männer, unter diesen eine besondere Sammlung deutscher Gelehrten für den Buchhändler Reich, gingen aus seiner Hand hervor. Nach seinen Aufzeichnungen lieferte er 1655 Gemälde (über 455 Kopien mitgerechnet), 322 Zeichnungen mit Silberstift und noch einige Landschaften in Ol. Die vorzüglichsten deutschen Kupferstecher, Müller, Lips, Bause u. a., haben nach ihm gestochen. Er starb 22. Juni 1813. Sein Sohn, Karl Anton G., geb. zu Dresden 10. März 1774, gest. daselbst 9. März 1832, erlernte die Landschaftsmalerei bei Zingg in Dresden und bildete sich auf Reisen in der Schweiz und Italien zu einem tüchtigen Vertreter seines Fachs aus, dem besonders die Gebirgsnatur vortrefflich gelang.