FeedGran (Daniel)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Gran (Daniel), einer der bedeutendsten Maler des 18. Jahrh., war wahrscheinlich in Mähren 1694 geboren. Ein Verwandter des berühmten Abraham a Sancta-Clara in Wien, kam er wahrscheinlich durch dessen einflußreiche Verwendung in den Schutz des fürstl. Hauses Schwarzenberg. Zuerst lernte er bei den wiener Landschaftsmalern Wernle und Ferg. In Italien war G. anfangs bei Sebastiano Ricci in Venedig, dann bei dem Neapolitaner Solimena, dessen 9 Raler ihn auf das Studium der Werke des röm. Malers Maratta lenkte. Dieses Studium führte ihn zur Veredlung des therrschenden Manierismus durch die Vorbilder der klassischen Cinquecentisten. Im J. 1726 berfand sich G. wieder in Wien. Zunächst schmückte ser nun den Kuppelsaal des von Fischer von Erlach dem Altern erbauten Schwarzenbergschen „Sommerpalais und einen zweiten Saal daselbst. „Um das J. 1730 entstand sein größtes Werk, der 5Plafond der Hofbibliothek; 1742 malte er den eSaal im kaiserl. Schlosse Hetzendorf bei Wien mit dder Allegorie des Sonnenwagens. Werke ersten „Rangs sind ferner seine Deckengemälde in der dKirche am Sonntagsberge (Sturz der Häresie), „das im Stift Herzogenburg, das Altarblatt Himrmelfahrt Marias in Lilienfeld 1746, die heil. Eli⸗ „sabeth in der wiener Karlskirche, der Plafond „der St. Annakirche, die Schloßkapelle in Schönbrunn, das Landhaus in Brünn, anderes im „Kloster Bruck bei Znaim u. s. w. Seine Kompositionen bewegen sich nur im idealsten Stile der Allegorie, des religiösen Gemäldes, und zeichnen sich durch vornehme Wirkung und Pathos aus. [Gegen Ende seines Lebens zog sich G. nach St. Domdt in Niederösterreich zurück, wo er in der omkirche malte und 14. April 1757 starb. Seine Fresken in der Hofbibliothek sind von Sedlmayr ([W-ien 1737) vorzüglich gestochen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 280Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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