Gratius Falisecus (richtiger Grattius, ohne den Beinamen Faliscus, d. h. aus Falerii, da dieser mit Unrecht aus einem Verse seines Lehrgedichts gefolgert wird) schrieb zur Zeit des Augustus in trockener und schwerfälliger Darstellung ein didaktisches Gedicht über die Jagd (Cynegeticav), das größtenteils erhalten ist. Dasselbe ist namentlich herausgegeben in der Poetae latini minoreso von Burmann, Wernsdorf und Bährens, sowie mit andern kleinern röm. Poesien von Haupt (Lpz. 1838). Gratry (Auguste Joseph Alphonse), kath. franz. Theolog, geb. 30. März 1805 zu Lille, widmete sich zunächst polytechnischen Studien, trat aber später in den geistlichen Stand ein, wurde 1861 Generalvikar des Bischofs von Orléans, 1863 Professor der Moral in der Sorbonne und 1867 Mitglied der Akademie. Seinen gelehrten Ruf begründete er durch die Schriften: &Cours de philosophiev und Kommentar zum Evangelium des Matthäuso (1863—65). In der Schrift La morale et la loi de Thistoirer (2 Bde., 2. Aufl. 1871) feierte er die Französische Revolution als die wahre Wiedergeburt der menschlichen Gesellschaft. Das Vatikanische Konzil bekämpfte er in scharfen Schriften, unterwarf sich aber 25. Nov. 1871 den Beschlüssen und starb 6. Febr. 1872 zu Montreux.