Gries (Joh. Dietrich), ausgezeichneter deutscher übersetzer, geb. 7. Febr. 1775 zu Hamburg, wo sein Vater Senator war, besuchte zwar das dasige Johanneum, wurde aber gegen seine Neigung zuerst für den Kaufmannsstand bestimmt und bezog erst 1795 die Universität zu Jena, um die Rechte zu studieren. Der Beifall, welchen einige seiner Lieder bei A. W. von Schlegel, der damals in Jena lebte, fanden, ermunterte ihn zu größern Versuchen. Einer derselben, «Phätonv, wurde Veranlassung zu G.“ Bekanntschaft mit Schiller, der dieses Gedicht in den Musenalmanacho von 1798 aufnahm. Nachdem G. den Sommer 1798 in Dresden verlebt, kehrte er in Begleitung Schellings nach Jena zurück und ging sodann nach Göttingen, wo er ein Jahr hauptsächlich dem Rechtsstudium widmete. Nach kurzem Aufenthalt in Wetzlar kehrte er nach Jena zurück, vertauschte 1806 Jena mit Heidelberg, ließ sich aber im Herbst 1808 wieder in Jena nieder, wo er nun, einen Aufenthalt in Stuttgart 1824 —27 icht an den blieb, bis er im Herbst 1837, von der Gicht an den Händen fast ganz gelähmt, in seine Vaterstadt übersiedelte, wo er 9. Febr. 1842 starb. Seine übersetzungen sind Tassos Befreites Jerusalem » (4 Bde., Jena 1800—3; 12. Aufl., Berl. 1865), Ariostos Rasender Rolando (4 Bde., Jena 1804—8; 4. Aufl., 5 Bde., Lpz. 1851), Calderons „Schauspieler (7 Bde., Berl. 1815—29; 3. Aufl., 9 Bde., 1865), I, Wolurdo „Richardetto (3 Bde., Stuttg. 1831—33), Bojardos Verliebter Rolando (4 Bde., Stuttg. 1835—39). Seine eigenen Gedichte und kleinern übersetzungen erschienen gesammelt unter dem Titel Gedichte und poetische Übersetzungen (2 Bde., Stuttg. 1829).