FeedGroßmann (Gust. Friedr. Wilh.)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Großmann (Gust. Friedr. Wilh.), Schauspieler und Schauspieldichter, geb. zu Berlin 30. Nov. 1746, genoß eine tüchtige wissenschaftliche Bildung und war bereits preuß. Legationssekretür in Danzig, als er den Entschluß faßte, sich ganz der Schauspielkunst zu widmen, und 1774 nach Berlin ging. Von hier aus folgte er 1779 dem Rufe des Kurfürsten Maximilian von Köln an dessen Hof nach Bonn, um mit Helmuth die dortige Bühne zu leiten, und gründete 1784 eine neue Gesellschaft, mit welcher er —— Orte, zuletzt Hannover, besuchte, wo er 20. Mai 1796 starb. G. war von Gestalt unansehnlich, aber in gewissen Rollen sehr tüchtig. Als Direktor zeichnete er sich durch die gründlichste theoretische und praktische Bühnenkenntnis aus. Dabei besaß er eine feine weltmännische Bildung und einen äußerst regsamen Geist, der ihn namentlich zu einer so lebhaft ausgesprochenen Teilnahme an den Ideen der Französischen Revolution hinriß, daß er 1795 in einen merkwürdigen Haft v verwickelt und zu einer sechsmonatlichen Haft verurteilt wurde. Am meisten Erfolg hatte unter seinen Stücken das Familiengemälde Micht mehr als sechs Schüsselno (1780). Außerdem wurden das Trauerspiel Wilhelmine von Blondheim» (1775), die Schauspiele «Die Feuersbrunsty (1773) und «Adelheid von Veltheimp (1780) und das Lustspiel Henriette v (1777) ihrerzeit mit vielem Beifall gegeben. Seine Gattin, Karoline Sophie Auguste, geborene Hartmann, geb. zu Gotha 1742, gest. 28. März 1784, durch ihren frühern Gatten, Flittner, Mutter der berühmten Friederike Bethmann, trat nur kurze Zeit als Schauspielerin auf.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 539Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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