Guhrauer (Gottschalk Eduard), deutscher Litterarhistoriker, geb. 15. Mai 1809 zu Bojanowo im Posenschen, studierte seit 1829 zu Breslau, 1832 —34 zu Berlin Philologie und Philosophie und wirkte 1836—37 als Lehrer an dem Köllnischen Gymnasium. Schon als Student 1831 bei Gelegenheit einer von ihm gewonnenen Preisaufgabe über die Verdienste von Leibniz auf das Leben desselben und das Studium seiner Schriften hingeleitet, hielt sich G. im Herbst 1836 einige Zeit in Hannover auf, um Leibniz' hinterlassene Schriften zu benutzen, und schritt dann zur Veröffentlichung von des letztern Deutschen Schriften (2 Bde., Berl. 1838—40). Als Frucht eines zweijährigen Aufenthalts in Paris 1837—39 und seiner Nachforschungen im dortigen Archiv der auswärtigen Angelegenheiten erschien das cMémoire sur le projet de Leibniz relatif à Pexpédition d'Egypte broposé à Louis XIV en 16725, welches in den Mémoires des savants étrangerso der Akademie der moralischen und polit. Wissenschaften abgedruckt wurde. Im Herbst 1841 als dritter Custos bei der Universitätsbibliothek zu Breslau angestellt, habilitierte er sich w1842 daselbst für allgemeine Litteraturgeschichte und wurde im Herbst 1843 zum außerord. Professor dieses Fachs ernannt. Er starb 6. Jan. 1854 zu Breslau. G.s Hauptwerk ist 4Leibniz, eine Biographiev (2 Bde., Bresl. 1842). Von seinen übrigen Schriften sind zu nennen: die Fortsetzung von Danzels Werke «Gotthold Ephraim Lessingo, zu welchem er den zweiten Band in zwei Abteilungen (pz. 1853 — 54; 2. Aufl., von W. von Maltzahn und R. Borberger, Berl. 1881) lieferte; ferner Kurmainz in der Epoche von 16725 (2 Bde., Hamb. 1839), uund phj Erziehung des Menschengeschlechts, kritisch und philosophisch erläuterto (Berl. 1846) „Das Heptaplomeres des Jean Bodinp (Berl. 1841), „Idachim Jungius und sein Zeitalter » (Stuttg. 1851). Auch gab er «Goethes Briefwechsel mit Knebely (2 Bde., Lpz. 1851) heraus.