FeedGuicowar
GeschichteBrockhaus 1882

Guicowar, erblicher Titel der Beherrscher des indobrit. Vasallenstaats Baroda (s. d.). Khundi-Rao-Dharaboy, einer der hervorragendsten unter den Häuptlingen der Maharatten (s. d.) zu Anfang des 18. Jahrh., hatte neben sich als zweiten Befehlshaber den Damadji-Guicowar. Der erstere starb 1721 und Damadji wurde an seiner Stelle Chef eines der Hauptzweige des maharattischen, den Peishwa als ihren Oberherrn erkennenden Fürstenbundes. Die Nachfolger von Damadji nahmen aber den Titel G. zur Bezeichnung ihrer Fürstenwürde an, namentlich seit 26. Jan. 1780 zwischen dem Gouvernement von Bombay und dem G. ein Offensiv⸗ und Defensivkontrakt geschlossen war, in welchem die Unabhängigkeit des erstern von dem Peishwa der Maharatten anerkannt wurde. Mit dem Reiche Baroda hat sich auch der Name G. für den Beherrscher desselben erhalten.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 603Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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