Gvadäuyi (Jos., Graf), ungar. Dichter, aus der ital. Familie Guadagni, geb. 16. Okt. 1725 zu Ruda-Bänya im Borsoder Komitat, studierte in Erlau und Tyrnau, wo er das philos. Doktorat erwarb, trat 1744 als Fähnrich in das Regiment Szirmay, kämpfte in den Schlachten der österr. Armee in Schlesien, Böhmen und Italien, wurde 1773 Kavalleriegeneral, trat 1783 in den Ruhestand und starb im Dez. 1801 in Skalitz. G. wurde durch seine humorvollen poetischen Erzählungen einer der beliebtesten Dichter Ungarns. Seine Hauptwerke sind: Egy falusi notäriusnak budai utazäsan (Reise eines Dorfnotars nach Ofeno, Preßb. 1790), dessen Stoff durch Gaäls Posse Der Notar von Pelesker neuerdings sehr populär Rontö und Graf Mor. Benyovszkyv, Preßb. 1793) (Satirisch-kritische Beschreibung des jetzigen Reichstagso, Lpz. 1791). Gwalior (ind. Kawariar), ein Maharattenstaat in der zur indobrit. Präsidentschaft Bengalen gehörenden Abteilung Central-India, dessen Herrscher den Titel Maharadscha-Scindia-Gwalior führt und Vasall des Britisch-Indischen Reichs ist. G. hesteht aus einem Hauptstücke, nördlich von der Lieutenant-Gouverneurschaft der Nordwestyrovin-Mat westlich von Radschputana, südlich von dem kaharattenstaate Indur, östlich von der Provinz Central-Provinces 5. und mehrern kleinern, schuften in Indur, Bhopal und andern Agentchaften von Central-India gelegenen Stücken. Auch G. bildet in administrativer Beziehung eine Agentschaft letztgenannter Provinz und umfaßt 62 150 àkm mit 2500000 E., von denen 160000 Mohammedaner. Die Einkünfte betragen 600000 Pfd. St., von denen die engl. Regierung 180080 erhält und wofür dieselbe 8400 Mann stellt. Hauptprodukte des fruchtbaren Landes sind Wein, Opium und Baumwolle. Industrie und Handel sind aber nur gering. Der herrschende Stamm sind Maharatten; außerdem gibt es Bundelas, Dschats und Radschputen. Die Haupt⸗ und Residenzstadt Gwalior, unter 26* 13 nördl. Br. und 78 15 östl. L. (von Greenwich), in einer Ebene am Subanrika gelegen, der nur in der Regenzeit Wasser hat, enthält eine sehr lange Straße, viele gute Steinhäuser, ist aber im ganzen ein schmutziger Ort mit 50000 E. Daneben liegt das Laschkar oder das stehende Feldlager des Maharadscha, ebenfalls ein schmutziger Anansehulih in dem selbst die Residenz des Fürsten unansehnlich ist. An der Westseite liegt die berühmte Festung Gwalior, eine der stärksten in Vorderindien, auf einem 110 m hohen isolierten Sandsteinfelsen, der auf allen Seiten mit senkrechten Wänden abfällt. Am Nordostende steht die von sechs hohen Türmen überragte Citadelle. Inner236 der Ringmauer befinden sich mehrere große asserbassins, sowie auch Ackerfeld für eine Besatzung von 15000 Mann.