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GeschichteBrockhaus 1882

Guiden (frz., Führer) heißen in einigen Armeen besondere Eskadrons, welche zum Ordonnanzdienst der Stabswachen, zum Rekognoszieren, zur Führung von Kolonnen und zu andern Leistungen bestimmt sind. Sie wurden zuerst 1796 vom damaligen Obergeneral Bonaparte als eine Leibwache für seine Person unter Bessieres errichtet, als er nach dem Treffen bei Borghetto beinahe im Bade gefangen worden wäre. Den Namen guides statt gardes wählte Bonaparte, um dem eifersüchtigen Direktorium der franz. Republik keinen Anstoß zu geben. In Belgien besteht ein Regiment G., das wie gewöhnliche Kavallerie gebraucht wird. Die schweiz. Guidenkompagnien dienen zum Schutz und zum Ordonnanzdienst der Hauptquartiere. In Italien bildet jedes Regiment Kavallerie im Kriegsfalle zwei Pelotons G., die den verschiedenen Hauptquartieren zum Ordonnanzdienst beigegeben werden, ohne die taktische Einheit zu zerreißen. In Deutschland werden hierzu besondere Stabswachen, teils zu Fuß, teils zu Pferd gebildet; in Frankreich haben die 1876 organisierten Escadrons éclaireurs volontaires, je eine pro Armeekorps, ähnliche Zwecke zu erfüllen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 603Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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