FeedGuichard (Karl Theophilus)
GeschichteBrockhaus 1882

Guichard (Karl Theophilus), mehr bekannt unter dem Namen Quintus Jeilius, Militärschriftsteller, geb. 1724 zu Magdeburg als zweiter Sohn des Syndikus der dortigen Pfälzerkolonie, studierte Theologie und Philologie, trat jedoch 1747 als Fähnrich in holländ. Militärdienste, in denen er 1751 zum Hauptmann aufstieg. Bald darauf nahm er den Abschied, ging 1754 nach England und widmete sich dort gelehrten Studien. Im J 1757 erschien sein Werk Mémoires militaires sur les Grecs et les Romainso (2 Bde., Haag u. Lyon 1758), welches die Aufmerksamkeit König Friedrichs d. Gr. auf den Verfasser lenkte, der damals als holländ. Pensionär zu Magdeburg in dem Hause seines Vaters lebte. G. wurde in die Umgebung des Königs berufen und Anfang 1758 in das Gefolge aufgenommen. Anläßlich eines Gesprächs über die Kriegskunst der Römer legte ihm der König statt der erbetenen Erneuerung seines alten elsäss. Adels den Namen Quintus Icilius bei, und zwar ebensowohl in Anerkennung seiner umfassenden Kenntnisse wie in Bezug auf seine Rechthaberei (der König hatte in dem Gespräch den Namen eines in der Schlacht bei Pharsalus beteiligten Centurio irrtümlich Quintus Jeilius statt Quintus Cäcilius angegeben und war darüber mit G. in einen Wortstreit geraten). Im Mai 1759 trat Major Quintuso an die Spitze eines Freibataillons, welches er allmählich bis zur Stärke eines Regiments von drei Bataillonen vermehrte, und errichtete auf Befehl des Königs 1760 noch sieben andere Freibataillone. G. war 1761 und 1762 bei der Armee des Prinzen Heinrich von Preußen. Nach dem Frieden wurde G.s Freiregiment am Tage des Einmarsches in Berlin aufgelöst; G. blieb jedoch im Gefolge des Königs in Potsdam, wurde 1765 zum Oberstlieutenant und 1773 in Anerkennung seiner trefflichen Schrift (Mémoires critiques et historiques sur plusieurs points d'antiquités militairesob (4 Bde., Berl. 1773) zum Obersten befördert. Letztgedachtes Werk behandelt Cäsars Feldzüge in Spanien. G. vermählte sich 1770 mit Fräulein N. von Schlabrendorf und starb 13. Mai 1775 zu Potsdam. Nach Beendigung des Siebenjährigen Kriegs hatte er auch die obere Leitung der Bankangelegenheiten, des Archivs und der königl. Bibliothek zu Berlin.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 603Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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