Guna (eigentlich Vorzug, vorzügliche Eigenschaft) ist der technische Ausdruck der ind. (Sanskrit-Grammatik für eine bestimmte Stufe des in der vergleichenden Grammatik gewöhnlich als Vokalsteigerung oder Ablaut bezeichneten Vokalwechsels. Den einfachen oder Grundvokalen a, i, u, x, (vokalischer r- und 1-Laut) steht als Gunastufe gegenüber a, 6 (= ursprünglich ai), 5 (- ursprünglich au), ar, al, scheinbar zu Stande gekommen durch Vorsetzung eines kurzen a vor die betreffenden Grundvokale (doch ist einfaches a von der Gunastufe a nicht unterschieden), z. B. i-mäs (wir gehen, grch. i-men), é-mi ich gehe (= grch. ei-mi); jugàm (= lat. jugum), jögas (Verbindung); mrtäs (lat. mortuus), martjas (der Sterbliche, Mensch). Als weitere, höchste Stufe steht wieder dem Guna gegenüber der Vriddhi, scheinbar entstanden durch nochmalige Verschiebung eines kurzen a, sodaß die Laute à, ai, äu, är als Vriddhi-Vokale bezeichnet werden. Die Auffassung der Vokalsteigerung ist in der neuern vergleichenden Grammatik von der indischen abweichend (s. Vokalsteigerung).