Hackfrüchte im engern Sinne nennt man in der Landwirtschaft diejenigen Kulturgewächse, welche regelmäßig in Reihen angebaut werden und bei denen während ihres Wachstums der zwischen den einzelnen Pflanzen oder Pflanzenreihen befindliche Boden ein⸗ oder mehreremal mit der Hacke bearbeitet wird, teils um das Unkraut zu entfernen, teils um das Erdreich aufzulockern, teils um dasselbe an die Pflanzen hinanzustreichen, sie zu behäufeln. Die H. erobern sich ein immer größeres Terrain und sind meistens an die Stelle der Brache getreten; sie nehmen sowohl hinsichtlich ihrer vorzüglichen Einwirkung auf die Beschaffenheit des Ackers als Zwischenfrucht zwischen Halmgetreide,‚ als auch ihrer Rentabilität wegen einen hervorragenden Platz im Fruchtwechsel ein, sind geradezu die Träger der Fruchtwechsel⸗ und der freien Wirtschaft. (S. Betriebssystem.) Die Bearbeitung der H., welche allerdings einen nicht unbedeutenden Aufwand an Arbeitskraft beansprucht und früher lediglich mit der Hand vorgenommen wurde, geschieht jetzt vielfach mit Hilfe von Geräten, welche durch Gespanne in Betrieb gesetzt werden, wie Pferdehacken, Häufelpflüge, Kultivatoren, Furcheneggen u. s. w. Zu den H. im engern Sinne weitern kann man dazu fast alle landwirtschaftlichen Kulturpflanzen zählen, da dieselben, z. B. alle Ienundaehe ebenfalls in Reihen gesäet [s. Dril301 und gehackt werden können) rechnet man hauptsächlich: die Zuckerrübe und die Runkelrübe, überhaupt alle Rübenarten (Kohl⸗, Wasser⸗, Mohrrübe), die Kartoffel, die Topinambur, den Mais, den Tabak, die Cichorie, die Krappwurzel, die Weberkarde, den Safran. Ferner gehören zu den H. sämtliche Gemüse⸗ und Gartenpflanzen, Kohl, Salat, Zwiebeln, Gurken, Bohnen u. s. w. Vgl. Langethal, «Handbuch der landwirtschaftlichen Pflanzenkunde und des Pflanzenbaueso (5. Aufl., Bd. 3, Berl. 1874); Werner, «Handbuch des Futterbaues auf dem Ackerlandey (Berl. 1875); Krafft, (Lehrbuch der Landwirtschafto (Bd. 2: «Pflanzenbaulehrer, 3. Aufl., Berl. 1881).