Hadrians Villa, eine der großartigsten Prachtanlagen der röm. Kaiserzeit, lag auf einer Hügellandschaft unweit des Anioflusses und der Stadt Tibur (Tivoli) am Fuße der Tiburtinischen Berge. Kaiser Hadrian 7 dort, wie sein Biograph Spartianus berichtet, ein Wunder der Baukunst. Nach seinen eigenen Angaben und Plänen ließ er daselbst um sein kaiserl. Lustschloß alles Schöne und Interessante nachbilden, was ihn auf seinen Reisen in Griechenland, in Agypten und dem Orient entzückt hatte. Die berühmtesten Namen von Gegenden und Orten waren hier vereinigt: in dieser Villa, die den Umfang einer Stadt hatte (die Ruinen bedecken noch jetzt einen Raum von 15 km Umfang), gab es nicht allein Blumengärten, Säulenhallen, Springbrunnen und Wasserkünste, Bäder und Theater, sondern auch die berühmtesten Bauwerke Athens, das Lyceum, die Akademie, das Prytaneum, die Poecile waren dort nachgebildet; dort hatte der Kaiser eine Nillandschaft geschaffen mit dem Abbilde des alexandrinischen Lustortes Canopus, mit einem Sarapistempel, mit Heiligtümern für den vergötterten kaiserl. Liebling Antinous; ja selbst das vielbesungene Tempethal war hier zu schauen; sogar das Elysium und den Tartarus bildete er nach. Seit dem 16. 5 ahl sind in den Trümmern dieser Villenanlage zahlreiche Kunstwerke Nanmonn worden, darunter iele und schöne Marmorstatuen, welche die röm. und ausländischen Museen bereicherten. Jetzt ist das ganze Trümmerfeld Eigentum des Staats, welcher dort die Ausgrabungen systematisch betreibt.