Hainburg oder Haimburg, alte, seit dem Brande von 1827 sehr freundlich neuerbaute Stadt mit (1881) 4857 E., in Niederösterreich, Bezirkshauptmannschaft Bruck, südlich an der Donau, 41 kmeunterhalb Wiens und 4 Em von der ungar. Grenze. Die Stadt ist Sitz eines Bezirksgerichts, hat alte Mauern, Thore mit zwei starken Türmen, eine kaiserl. Tabaksfabrik, die größte in der Monarchie, eine Nadelfabrik und mehrere merkwürdige Gebäude, darunter das Rathaus mit einem röm. Altar und der sog. Römerturm. Außerhalb der Stadt auf einem aus der Donau ragenden Felsen steht die Ruine der Burg Rothenstein. Daß die Fan des alten Carnuntum bis an das eutige H. reichen, ist durch Nachgrabungen festgestellt. Noch jetzt versorgt den Markt der Stadt eine röm. Wasserleitung, die man hinter dem Schloßberge sieht. Die ältere Burg auf der Spitze des Hainbergs läßt sich bis in die Zeit des Avarenkriegs unter Karl d. Gr. verfolgen und wurde sicher auf röm. Resten erbaut. Sie ist die im Nibelungenliede genannte Heimburc, die Grenzfeste des Hunnenlandes, und wurde 1042 von Kaiser Heinrich III. den Ungarn durch Sturm entrissen. Die jüngere Burg am Fuße des Bergs und jetzt von den Häusern der Stadt umgeben, ist ein Bauwerk des 12. Jahrh. und war zeitweiliger Aufenthalt der Babenbergischen Herzöge. In derselben fand 7. April 1252 die glänzende Vermählung Ottokars mit Margarete von Ssterreich statt. H. wurde 1477 von den Ungarn belagert, 1482 von Matthias Corvinus erobert und 7. Juli 1683 nach der Niederlage der Kaiserlichen durch die Türken verheert.