FeedHallberger (Eduard von)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Hallberger (Eduard von), deutscher Verlagsbuchhändler, geb. 22. März 1822 zu Stuttgart als zweiter Sohn des Buchhändlers Louis H., besuchte die gelehrten Bildungsanstalten seiner Vaterstadt, ging, nachdem er die Lehrzeit im väterlichen Geschäft beendet hatte, zur weitern Ausbildung nach Potsdam und Berlin und begründete im Sept. 1848 in seiner Vaterstadt ein eigenes Verlagsgeschäft, dessen Grundstock das monatlich erscheinende Jugend-Album» bildete. Die von ihm 1853 begonnene Zeitschrift Illustrierte Welto hatte einen namhaften Erfolg, ebenso die 1858 unter Hackländers Leitung begründete illustrierte Zeitschrift über Land und Meerv. Diesen schloß sich 1875 das von Freiligrath herausgegebene Illu-Strated Magazinen an. Ein anderer Zweig des Verlags, die Illustration, ist durch eine große Anzahl von Prachtwerken vertreten, so unter anderm durch die Dorésche «Bibelo in drei verschiedenen Ausgaben, die «Märchen» und Münchhausen mit Illustrationen desselben Künstlers, die Werke Shakspeares mit Zeichnungen von J. Gilbers, Schillers und Goethes Werke mit Illustrationen, Agypteno von G. Ebers, dessen Romane im gleichen Verlag erschienen sind. Auch die Musik hat bei H. besondere Pflege gefunden und die Heschen Ausgaben musikalischer Klassiker zeichnen sich durch schöne Ausstattung wie durch wohlfeilen Preis aus. Bei allen diesen Unternehmungen stand ihm sein jüngerer Bruder Karl H., der in Amerika die praktische Schule durchgemacht hatte, thatkräftig zur Seite. Das Verlagsgeschäft umfaßt alle Zweige der Typographie und Ateliers für den Holzschnitt und ist in einem bösondern Häuserviertel der Stadt vereinigt; dazu gehören noch zwei eigene Papierfabriken in Salach und Wildbad. Um das öffentliche Leben machte sich H. durch Einführung der ersten Pferdebahn in Stuttgart und durch Leitung der Allgemeinen Baugesellschaft zur Errichtung billiger Wohnhäuser verdient. Durch Verleihung des Ordens der Württembergischen Krone erhielt H. den persönlichen Adel. Nach seinem am 29. Aug. 1880 auf Tutzing, seinem Landsitze am Starnbergersee, erfolgten Tode ging das Geschäft, da er keine männlichen Leibeserben hinterlassen hatte, am 1. Juli 1881 in den Besitz einer Aktiengesellschaft unter der Leitung seines Bruders Karl über.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 732Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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