FeedHaller (Karl Ludw. von)
ReligionBrockhaus 1882

Haller (Karl Ludw. von), bekannt als antirevolutionärer Publizist, Enkel des vorigen, geb. zu Bern 1. Aug. 1768, ist der Sohn Gottlieb Emanuel H.s, der als Mitglied des Großen Rats zu Bern 1786 starb. Er wurde 1795 Sekretär des täglichen Rats zu Bern, ging später in den österr. Staatsdienst und kehrte 1806 als Professor der Geschichte an die Universität zu Bern zurück, wo er auch 1814 als Mitglied in den Kleinen und Großen Rat kam. Die Revolution hatte ihn 1800 aus seinem Vaterlande vertrieben, und er faßte nun den Gedanken einer geistigen Bekämpfung der revolutionären Theorien. Seine «Restauration der Staatswissenschafte (Bd. 1—4, Winterth. 1816—20, 2. Aufl. 1820 — 22; Bd. 6, 1822; Bd. 5, 1834) beruht im wesentlichen auf der Vermischung Hobbesscher Lehren und theokratischer Anschauungen. Im J. 1820 trat H. zum Katholizismus über und ging nach Paris, wo er 1824 bei dem Departement der auswärtigen Angelegenheiten angestellt wurde. Nach der Julirevolution kehrte er nach Solothurn zurück, wo er zu den Häuptern der ultramontanen Partei gehörte und 20. März 1854 starb.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 736Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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