FeedHaller (Berthold)
ReligionBrockhaus 1882

Haller (Berthold), der Reformator Berns, geb. 1492 zu Aldingen, in der Nähe der Freien Reichsstadt Rottweil in Schwaben, besuchte zuerst in Rottweil die Schulen, hernach in Pforzheim, wo er mit Melanchthon Freundschaft schloß. Seit 1510 studierte H. in Köln Theologie, ward 1512 in Rottweil, 1513 in Bern; 1519 Prediger daselbst, 1520 Wyttenbachs Nachfolger als Chorherr und Leutpriester. Seit 1522 wandte er sich mit Entschiedenheit der Reformation zu, stellte Weihnacht 1525 die Messe ab, beteiligte sich 1526 am Religionsgespräch zu Baden, 1528 an der berner Disputation und erreichte, daß die Stadt Bern durch das Edikt vom 7. Febr. 1528 die Reformation annahm. Er starb 25. Febr. 1536. Vgl. Pestalozzi, Haller (Joh.), Bildhauer, geb. zu Innsbruck 1. März 1792, studierte in Gi 1810, wo Schonf sein Lehrer war. Seine Richtung ist von dem klassizistischen Geiste der 9 5 im Sinne Thorwaldsens bestimmt. Anläßlich der großen Bauten der Glyptothek, der Walhalla u. s. w. erhielt er viele Aufträge, die er zuerst in München, dann in Rom ausführte. So entstanden die großen Nischenfiguren der Facade des erstgenannten Gebäudes 1817, im folgenden Jahre das Tympanon, das Basrelief im sog. Göttersaal, die Gigantomachie darstellend. Jene Nischenfiguren sind Hephästus, Prometheus, Dädalus, Phidias, Perikles, Hadrian. Im Giebelfeld stellte er den Modelleur, den Erzgießer, den Bildhauer dar. Außerdem lieferte der Künstler zahlreiche Porträtbüsten. Er starb 23. Juli 1826 in München.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 736Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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