FeedHandelsschulen
Handwerk & GewerbeBrockhaus 1882

Handelsschulen knüpfen unmittelbar an die Volksschule an. Sie sind großenteils Lehrlingsschulen, d. h. sie werden von jungen Leuten besucht welche als Lehrlinge thätig sind und wöchentlich etwa 8—12 Stunden Unterricht erhalten. Wie die höhern Handelsschulen, die in Sachsen stets zugleich eine Lehrlingsabteilung haben, bieten die niedern ihren Zöglingen ebenfalls nicht nur zur Erwerbung kaufmännischer Kenntnisse, sondern außerdem bid Erweiterung ihres Wissens in den allgemein bildenden Fächern Gelegenheit. Unterrichtszeit sind teils die ersten Frühstunden, teils die Nachmittagsstunden. In Leipzig besteht unter dem Namen „Lehranstalt für erwachsene Töchtero seit 1863 eine internationale kaufmännische Schule für das weibliche Geschlecht. Der infolge des Kriegs von 1866 nach preuß. Beispiel in den andern deutschen Staaten und in Osterreich-Ungarn eingeführte Einjährig-Freiwilligendienst, zu welchem die Reifezeugnisse der höhern H. berechtigen, hat viel zur Verstärkung des Besuchs dieser Anstalten beigetragen. Denselben Erfolg aal im Königreich Sachsen die Einführung der obligatorischen Fortbildungsschule für die Handlungslehrlingsschulen, weil die meisten Kaufmannslehrlinge vorziehen, in diesen ihrer Fortbildungspflicht zu genügen. —247

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 789Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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