Handwerkerbörsen sind periodische Vereinigungen von selbständigen Gewerbtreibenden desselben Zweigs mit Rohstoffproduzenten, Lieferanten von sonstigen Bedarfsgegenständen und Händlern mit den fertigen Erzeugnissen. Durch solche Einrichtungen können den kleinen Unternehmern manche Vorteile des Großbetriebes zugewendet werden, und wenn sie auch nur in großen Städten zu Stande kommen, so kann sich ihre nützliche Wirkung als Centralpunkte des betreffenden Gewerbes doch auf einen weiten Umkreis erstrecken. In neuester Zeit sind in Berlin eine Schuhmacher- und eine Handschuhmacherbörse (mit wöchentlichen Zusammenkünften) ins Leben getreten, die sich als sehr zweckmäßig bewährt haben.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 811Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei