Hardegg, Städtchen in Niederösterreich, Beirkshauptmannschaft Ober-Hollabrunn, am rechten lifer der Thaya, mit (1880) 356 C., hat Tuchfabrikation und eine sehr alte Kirche. In einem von bewaldeten Höhen umgebenen Thalkessel erhebt sich ein Felskegel mit den mächtigen Resten der Burg H., die im 11. Jahrh. zum Schutze der Grenze gegen Mähren gebaut und während der Bauernaufstände 1597 zerstört wurde. Am Fuße des Bergkegels liegt die kleine Stadt. Das Grafengeschlecht, das sich nach der Burg nannte, starb im 12. Jahrh. aus; der Name aber wurde von den vier adeligen Geschlechtern, die sich im Besitze der Grafschaft ablösten, festgehalten, zuerst die Grafen von Plagen, dann die von Tybein (Devin), die Burggrafen von Maidburg, endlich die Freiherren Prüschenk von Stettenberg, welchem letztern Geschlechte die jetzigen Grafen von H. angehören. Der Besitz der Ortsherrschaft H. ging später auf die Grafen Khevenhiller-Metsch über.