Harms (Klaus), ein volkstümlicher Prediger, geb. 25. Mai 1778 zu Fahrstedt im Süderdithmarschen (Provinz Schleswig-Holstein), widmete sich bis zum 19. Lebensjahr dem väterlichen Geschäft der Müllerei und der Landwirtschaft. Im J. 1797 bezog H. das Gymnasium zu Meldorf, studierte 1799—1803 zu Kiel Theologie, war 1802 —6 Hauslehrer in Propsteierhagen, 1806—16 Diakonus zu Lunden in Norderdithmarschen. Im J. 1816 als Archidiakonus an die Nikolaikirche zu Kiel berufen, rückte H. 1835 zum Hauptpastor auf, wurde 183 Propst, legte 1849 seine Amter nieder und starb 1. Febr. 1855 zu Kiel. Die Jubelfeier der Reformation im J. 1817 veranlaßte ihn, 95 Thesen zu veröffentlichen, welche in derber Weise gegen Union und Vernunftglauben, also für die luth. Kirchenlehre eintraten. In dem darauffolgenden Thesenstreito erschienen etwa 200 Schriften für und wider H., die wichtigsten von Ammon für, von Schleiermacher gegen ihn. H.' «Winterpostille (Kiel 1806) und seine Sommerpostilles (Kiel 1815) sind öfter aufgelegt (7. Aufl., Lpz. 1871). Es folgten die Neue Winterpostilles (Altona 1826), die «Reue Sommerpostilles (Altona 1827), «Christologische Predigten⸗ (Schlesw. 1821),«Abendmahlspredigten» (Schlesw. 1822), „Des Christen Glauben und Leben in 28 Predigten» (Hamb. 1869). Von sonstigen Schriften seien genannt der &Schlesw.⸗holst. Gnomono (Kiel 1842; 3. Aufl. 1854), ein ausgezeichnetes Volkslesebuch, die Vermischten Aufsätze und kleinen Schriften» (Kiel 1853) und die Pastoraltheologier (Kiel 1830—34, 3. Aufl. 1878). H. hat sein Leben selbst beschrieben (Kiel w1851). Vgl. Kaftan, «Klaus H.y (Bas. 1875);: C. Lüdemann, «Erinnerung an Klaus H. und seine Zeite (Kiel 1878).